Unispital Nordwest

«Es gibt keinen gemeinsamen Plan B.» – Spitäler dementieren Holding-Pläne

Selbst bei einer Spitalfusion bliebe das Kantonsspital Laufen erhalten. Töngi

Selbst bei einer Spitalfusion bliebe das Kantonsspital Laufen erhalten. Töngi

Kurz vor der Abstimmung über Spitalfusion vom 10. Februar sorgt eine Meldung für Aufruhr: Die beiden Spitäler würden für den Fall eines Neins des Stimmvolks einen Plan B bereit halten, der viel konkreter sei, als bisher angenommen.

Kurz vor der Abstimmung über die Fusion des Basler Universitätsspitals (USB) mit dem Kantonsspital Baselland (KSBL) vom 10. Februar sorgt eine Meldung für Aufruhr: Die beiden Spitäler würden für den Fall eines Neins des Stimmvolks einen Plan B bereit halten, der viel konkreter sei, als bisher angenommen. Gemäss der «Basler Zeitung» würden USB und KSBL dennoch mehrere Bereiche gemeinsam betreiben wollen. Sie würden sich dabei genau das Konstrukt zum Vorbild nehmen, das zurzeit von allen Seiten gelobt wird: Clarunis.

Wie beim gemeinsamen Bauchchirurgie-Zentrum von USB und Claraspital gäbe es gemeinsame Gesellschaften von USB und KSBL. Konkret genannt werden zwei: eine für Orthopädie und eine für die ambulante Tagesklinik auf dem Bruderholz. Um diese Kleinfirmen besser managen zu können, würde laut dem Artikel als Dach eine gemeinsame Holding gegründet.

KSBL schaut erst für sich

Die Zeitung beruft sich dabei auf anonyme Quellen. Sofort reagierte die fusionskritische Basler SP mit einer Mitteilung und forderte die beiden Spitäler und die Gesundheitsdirektoren auf, die Alternativ-Pläne sofort offenzulegen. Dies vor allem, damit der Stimmbürger diese Information in seine Entscheidung miteinbeziehen könne.

Doch wie es scheint, stimmt das geschilderte Szenario überhaupt nicht. Auf Anfrage der bz halten USB und KSBL schriftlich fest: «Es gibt keinen gemeinsamen Plan B.» Das Wörtchen «gemeinsam» ist dabei entscheidend. Denn separat voneinander machen sich die beiden Häuser durchaus ihre Gedanken. «Jedes Unternehmen muss sich überlegen, wie es im Falle eines Neins weitergeht», sagt KSBL-Sprecherin Anita Kuoni. Beim Kantonsspital würden jedoch aktuell Gespräche zwischen dem Verwaltungsrat und der Baselbieter Gesundheitsdirektion geführt. Diese Überlegungen seien aber zweite Wahl und nicht zur Veröffentlichung gedacht. «Zwei Varianten dieser Grössenordnung gleichzeitig voranzutreiben, geht gar nicht», so Kuoni.

«Clarunis» ist bloss Ausnahme

Dasselbe halten die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) in einer Mitteilung fest: «Es gibt keine gemeinsame Alternativplanung.» Ganz konkret erteilen die Spitäler dem skizzierten Holding-Modell eine Absage: «Im Fall eines Neins werden die Spitäler den Volkswillen respektieren. Der Aufbau einer gemeinsamen Holding-Struktur kommt demnach nicht infrage.»

Dies, weil eine Holding letztlich einer Fusion sehr nahe käme, wie Kuoni präzisiert. Auch die Regierungen halten fest: «Die Holding-Variante wurde bereits vor längerer im Rahmen der Projektarbeiten geprüft und verworfen.» Unter anderem wäre das Konstrukt zu komplex.

Und ohne Holding? Auch mehrere Einzel-Gesellschaften nach dem Vorbild von Clarunis seien zurzeit nicht angedacht, sagt USB-Sprecher Thomas Pfluger zur bz: «Ein Format wie Clarunis eignet sich nur in Ausnahmefällen.» Dass in den Bereichen Orthopädie und Tagesklinik bereits Pläne bestünden, sei schlicht falsch.

Die Regierungen schieben derlei Firmen-Konstrukten ebenfalls den Riegel: «Wird das Universitätsspital Nordwest abgelehnt, werden sich die beiden Spitäler mit ihren Eignerkantonen je für sich den Herausforderungen stellen müssen.»

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