Herbstmesse

Es harzt an der Mäss – und jetzt ist endlich der neue Chef bekannt

Daniel Arni (Bild) wird Leiter Allmendverwaltung – sein Nachfolger heisst nun Manuel Staub.

Nach dem Regen kommt die Zuversicht: Jetzt ist bekannt, wer die Nachfolge von Daniel Arni antritt und neuer Leiter Messen und Märkte wird.

Die Standbetreiber und Marktfahrer sind gespannt. Am Sonntagmorgen, direkt nach dem Herbschtmäss-Gottesdienst auf der Butschauteli-Bahn des Kasernenareals, kündigte die Basler Standortmaketing-Chefin Sabine Horvath gegenüber Marktfahrer und alt SVP-Grossrat Oskar Herzig an: Am Montagnachmittag werde sie voraussichtlich die Nachfolge von Daniel Arni bekanntgeben können.

Und tatsächlich, am Montagmorgen kam die Meldung vom Kanton: Der 44-jährige Manuel Staub wird Chef der Basler Herbstmesse. Staub war zuvor Geschäftsführer der Pfadibewegung Schweiz und in der Region auch bekannt als ehemaliger Mediensprecher der "Basler Zeitung".

Manuel Staub wird neuer Chef Messen und Märkte Basel-Stadt und damit Herbschtmäss-Chef.

Manuel Staub wird neuer Chef Messen und Märkte Basel-Stadt und damit Herbschtmäss-Chef.

Sein Vorgänger Daniel Arni war als Leiter Messen und Märkte des Kantons seit 2008 zuständig für die Herbstmesse. Auf 2019 wechselt er als Chef zur Basler Allmendverwaltung. Wer der Nachfolger werden soll, war lange nicht bekannt. Das verunsicherte die Marktfahrer.

Druggedde auf dem Petersplatz

Nun ist Herzig vor allem neugierig, aber noch nicht erleichtert, wie er gegenüber der bz sagt: «Was für Auswirkungen dieser Entscheid hat, werden wir erst sehen, wenn wir wissen, wer die neue Person ist.» Denn für die Standbetreiber der Herbstmesse hängt vieles in der Luft. Seit vergangenem Jahr fordern deren Verbände mehr Mitsprache in der Verwaltung, was strukturelle Entwicklungen der Herbstmesse angeht. Das wurde bislang jedoch abgelehnt, weshalb Herzig, der auch Sprecher der Marktfahrer- und Schaustellerverbände ist, bereits in Aussicht stellt, dies mit Arnis Nachfolger erneut zu thematisieren.

Denn die Konkurrenz für den grössten Jahrmarkt der Schweiz wächst: Da ist etwa der Europapark in Rust, der ganzjährig ein Vergnügungsangebot zur Verfügung stellt. Gleichzeitig steigen die Preise, die Geschäfte der Herbstmesse brauchen Innovation. «Das hören wir auch von Kunden», sagt Herzig. «Dabei müssen wir natürlich festhalten: D’Herbschtmäss ist die schönste und attraktivste Messe der Schweiz. Und das soll sie auch bleiben!»

Aus Sicht der Geschäfte muss in Zukunft also etwas passieren. Auf dem Petersplatz wurde dieses Jahr etwa beklagt, dass an hervorragenden Tagen, wie es sie seit Mitte Woche endlich gibt, die Menschen vor lauter Druggedde kaum mehr zum Einkaufen kämen. Es sind damit auch die kleinen Dinge, die stören. Dazu blockierte die Baustelle an der Rosentalstrasse den Zugang für den Fussgängerverkehr. Während für andere Basler Grossanlässe Baustellen extra zur Seite geräumt oder redimensioniert werden.

Abfallkübel sind zu klein

Irritiert hätten die Standbetreiber auch zur Kenntnis genommen, dass die Abfallbewirtschaftung neu geregelt wurde. So stellte der Kanton überall kleine Abfallkübel im Rahmen der laufenden Littering-Kampagne auf, was zwar eine gute Absicht sei, so Herzig. Aber die Eimer seien viel zu winzig: Sie überlaufen schneller, als sie geleert werden können.

Das ist für die Marktfahrer bitter, die sich von der Bude bis zum Bahnbetreiber mühevoll selbst darum kümmern, damit die Herbstmesse der sauberste Markt von Basel ist – inklusive Recycling. Auch nicht goutiert wurde, dass auf dem Kasernen-Areal, das die Standbetreiber ebenfalls selbst täglich reinigen, nun die Anweisung kam, dass durchgehend 60-Liter-Bebbisäcke zu benutzen seien. Ein Witz, heisst es unter den Marktfahrern: Diese Massnahme verbrauche Unmengen von teuren Säcken.

Immerhin, die diesjährige Herbschtmäss hat nach dem wetterbedingt schlechtesten Anfang der vergangenen Jahre wieder aufgeholt. Bereits an Allerheiligen war d’Mäss hervorragend besucht und der vergangene Samstag war der beste Tag bislang, so Herzig. Auch ansonsten sei alles im «grünen Bereich». Man müsse sich und manchmal auch den anderen eben zwischendurch auch mal wieder sagen: Egal, wie sie anfängt, die Basler Herbschtmäss dauert 16 Tage. Und da kann noch viel Gutes passieren.

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