Die Mitarbeiter spürten schon längst, dass etwas im Busch ist. Defekte Leuchtstoffröhren wurden nicht ersetzt, und in den Regalen öffnen sich bereits auffällig grosse Lücken.
Jetzt bestätigt es auch Coop: Der «Bau + Hobby»-Markt im Allschwiler Bachgraben wird per Ende Januar geschlossen. Damit verschwindet ein Baucenter, das auch bei den Bewohnern der benachbarten Basler Quartiere Iselin und St. Johann beliebt ist.

Der Grossverteiler begründet den Schritt baulich: «Das Gebäude in Allschwil entspricht nicht mehr unseren Anforderungen», schreibt die Coop-Medienstelle auf Anfrage. «Wir sind aber nur eingemietet und können deshalb nicht alle baulichen Massnahmen vornehmen, damit wir beispielsweise unser Gartenkonzept Giardino umsetzen können.» Deshalb sei der Vertrag nicht mehr verlängert worden. Allen 15 Mitarbeitern werde innerhalb von Coop Bau + Hobby eine Stelle angeboten.

Einstellhalle ist unbeliebt

Roman Hintermeister-Goop wundert sich nicht über den Entscheid von Coop. Der Vizepräsident von KMU Allschwil-Schönenbuch ortet den Grund für den Wegzug jedoch woanders. «Die Geschäfte dort im nördlichen Zipfel des Gebiets haben in den vergangenen Jahren etwa zwei Drittel der oberirdischen Parkplätze verloren. Die fehlen jetzt natürlich – gerade bei einem Baumarkt, bei dem viele Kunden mit dem Auto kommen. Es hatte auch viele Baustellen in der Umgebung. Das alles ist nicht gerade kundenfreundlich und drückt die Besucherfrequenzen.»

Tatsächlich haben die Läden im Gebäudekomplex an der Lachenstrasse in den vergangenen Jahren starke Einbussen bei der Zahl der Parkplätze hinnehmen müssen. Der Parkplatz liegt auf Stadtbasler Boden. Ein Teil der Fläche fiel ab Mitte 2016 weg. Damals begannen die Bauarbeiten für eine neue Genossenschaftssiedlung und ein Behinderten-Wohnheim. Später wurden Bushaltestellen verlegt, was wiederum Parkplätze kostete.

Zwar haben die Läden auch ein eigenes Parkhaus – doch es ist eng und bei den Kunden nicht sonderlich beliebt. Coop schreibt, die Parkplatzsituation habe «zum Entscheid beigetragen», ohne jedoch ins Detail zu gehen.

Allschwils Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli wusste beim Anruf der bz noch nichts vom Abgang von Coop. «Es ist immer schade, wenn ein Betrieb verschwindet, gerade für die Angestellten.» Ein Baucenter entspreche jedoch nicht mehr der Nutzung, welche die Gemeinde für das linksufrige Bachgraben-Gebiet anstrebe, sagt Nüssli. Das Geviert erstreckt sich zwischen Bachgraben-Promenade und der Grenze zu Frankreich auf der einen sowie Basel und den ersten Wohnquartieren im Nordosten Allschwils auf der anderen Seite.

Wann kommt nächste Actelion?

Das Bachgraben-Areal befindet sich in einem starken Transformationsprozess. Heute gibt es entlang der Grenze zu Frankreich noch zahlreiche kleinere Betriebe, etwa eine Autowaschanlage, eine türkische Festhalle und ein Kieswerk. Doch der Umbau schreitet voran. Die letzten Familiengärten wurden erst kürzlich aufgehoben.

Statt ihnen sind im Rahmen des Projekts «BaseLink» diverse Neubauten geplant. In diese sollen, so die Pläne von Gemeinde und Kanton, Unternehmen aus wertschöpfungsintensiven Branchen einziehen und so der bereits im Bachgraben ansässigen Actelion Gesellschaft leisten. «Auf dem Areal könnten nochmals 6000 zusätzliche hochwertige Jobs angesiedelt werden», sagt Nüssli, zusätzlich zu den bestehenden rund 4000 Arbeitsplätzen. Auch das Schweizerische Tropen-Institut belegt eine der «BaseLink»-Parzellen. Es zieht von Basel in die engere Agglomeration. Der Bezug des neuen «Tropeli» ist per Ende 2020 vorgesehen.

Gammlige Erschliessungsstrasse

Am Montag startete die Gemeinde Allschwil die Mitwirkung für das Entwicklungskonzept Bachgraben. Noch bis 1. Dezember kann sich die Bevölkerung im Rahmen der Vernehmlassung äussern. Danach kommt das Konzept in den Einwohnerrat. Ziel ist ein Masterplan. «Uns ist wichtig», sagt Nüssli, «dass sich die Bevölkerung einbringen kann.»
Bereits am 26. November hat das Allschwiler Stimmvolk die Gelegenheit, über die Sanierung des Hegenheimermattwegs zu entscheiden. Die Haupt-Erschliessungsachse des Bachgrabengebiets befindet sich in bestimmten Abschnitten in einem schlechten Zustand. Da der Parkplatz auf Basler Boden liegt, ist er aber nicht Teil der Vorlage.