Was mussten wir nicht schon alles über uns ergehen lassen: Elendig lange Diskussionen über den «Mohrenkopf», der neu politisch korrekt «Schokokuss» genannt werden soll. Oder erst kürzlich, diese Debatten über das Logo der Negro-Rhygass!

Unsere Kultur und die Fasnacht an sich wurden damit mindestens grundsätzlich infrage gestellt. Schrecklich! Die Stadt im Ausnahmezustand. Aufgebracht wurden diese Themen natürlich von linksversifften Gutmenschen, die alles multikulti und sowieso wollen. Als hätten wir keine anderen Probleme!

Jetzt aber droht neues Ungemach. Und zwar von ganz oben: Dem Präsidialdepartement Basel-Stadt. Auf der offiziellen Karte der Herbstmesse und auch in der Mäss-App ist ein Lebkuchenherz abgebildet. Da steht dann drauf: «I schänke dir mis Härz».

Na?

Also. Erstmal: Danke für den Instant-Züri-West-Ohrwurm. Man will gar nicht wissen, wie viel die Berner Band für diese Werbung bezahlt hat. Aber was sollen wir mit diesem Berndeutsch anfangen? 

Und dann kommts noch dicker: «Chilbi-Spass und Nervenkitzel» wird da versprochen.

Chilbi!

Was kommt als Nächstes? Die Broschüre «Fasching, die drüü schöschte Täg vom Jahr» oder die Kampagne «Baseler, werft nicht schon benutztes Konfetti!»? Hans-Peter Wessels mit seinem Ostschweizerdialekt als #danggeHampe-Schnitzelbangg?

Ganz offensichtlich hat das Präsidialdepartement keine Ahnung von unserer Stadt, geschweige denn unserer Kultur! Im Gegenteil, unsere Kultur soll wohl willkürlich zerstört werden. Wieder einmal. Wir sehen es: Das Ende ist nah.

Zeit, aufzustehen! Wo bleiben die Petitionen, wo die Mahnwachen? Heraus zum Solidaritätsmarsch für die Mäss!

Damit am Schluss bleibt, was wir hier nun ehrlich und ernsthaft wünschen möchten: Liebe Herbstmesseverantwortliche, nächstes Jahr bitte wieder ohne «Chilbi». Und wenn Lebkuchenherz, dann mit «Y schängg dr mi Härz». Nämlich eines mit viel, viel Liebe für d Basler Herbschtmäss. Ok? Ok.