Bei der Basler Schlüssel-Zunft hat Ueli Vischer die Ablösung vollzogen und das Meisteramt an Alexander Sarasin weitergereicht. Bei der Universität Basel ist die Nachfolgeregelung von langer Hand vorbereitet und wird schrittweise umgesetzt. Als Präsident des Universitätsrats wird Vischer zwar erst ab Januar 2020 von Beat Oberlin abgelöst. Der ehemalige Direktor der Basellandschaftlichen Kantonalbank zeichnet jedoch schon heute für die künftige Strategie der Hochschule verantwortlich. Bei der MCH Group jedoch ist die Wachtablösung vertagt: Vischer lässt sich für ein weiteres Jahr zum Verwaltungsratspräsidenten wählen.

Auf den 2. Mai hat die MCH Group zur ordentlichen Generalversammlung geladen. Das schlechte Resultat mit einem Konzernverlust von 190 Millionen Franken kennen die Aktionäre ebenso wie die Ankündigung, dass keine Dividende ausbezahlt wird. Ab Traktandum 4 wird über die Zusammensetzung des künftigen Verwaltungsrats entschieden. Die Personalie Vischer bildet den Schlusspunkt.

Drei Rücktritte gilt es zu kompensieren. Die Generalversammlung hat den Ersatz der ausscheidenden Manager Marco Gadola und Jean-Philippe Rochat zu wählen. Es stehen zwei Berater bereit. Einer, Markus Breitenmoser, wird vom grössten Privataktionär AMG portiert. Der andere, Hans-Kristian Hoejsgaard, wird für seinen Einsatz als interimistischer Konzernchef belohnt, der bis zum 12. Juni dauert.

Den abtretenden staatlichen Delegierten Werner Helfenstein ersetzt die Basler Regierung schliesslich durch Dagmar Kamber Borens ersetzt. Die Bankerin, die erst kürzlich aus dem Karrierelift bei der Credit Suisse ausgestiegen ist, wurde zwar nicht – wie spekuliert – Chefin der Basler Kantonalbank, steigt dafür in den Messe-Verwaltungsrat auf.

Wenn alle anderen Traktanden abgehandelt sind, hat die Generalversammlung in Einzelabstimmung über Verwaltungsrat und Verwaltungsratspräsident Ueli Vischer zu befinden.

Die Wahl für ein Jahr

Vischer, der schon als Basler Regierungsrat dem Führungsgremium angehörte, präsidiert dieses seit 2006. Als er im vergangenen August René Kamm als Konzernchef entliess, übernahm er dessen Amt nur kurz, setzte dann interimistisch Hoejsgaard ein. Vischer sagt auf Anfrage, «im Interesse der Gesellschaft» sei er vom Verwaltungsrat vorgeschlagen worden und «im Interesse der Gesellschaft» habe er seine Bereitschaft erklärt.

Die bloss einjährige Amtsdauer impliziere aber auch, dass der Verwaltungsrat seine Vorschläge jedes Jahr neu beurteile. Und dies sei «in der Situation unserer Gesellschaft gewiss keine Formalität». Was heisst: Der Wechsel an der Spitze ist in einem Jahr zu erwarten.