Vor zwei Jahren hat der Schweizerische Erdbebendienst (SED) Alarm geschlagen: In der Nord-Süd-Achse zum Loch des Basler Geothermieprojekts kam es seit Mitte 2016 vermehrt zu kleinen Beben, wie aus einem vorliegenden Untersuchungsbericht hervorgeht.

Basel-Stadt reagierte auf die Geschehnisse und verfügte im März 2017, dass das sechs Jahre zuvor verschlossene Bohrloch wieder aufgebohrt werden soll. Der Druck, der sich am Bohrloch seit der Verschliessung auf rund 8,7 Bar aufgestaut hatte, sollte dosiert wieder abgebaut werden.

Das Unterfangen war nicht risikofrei, wie das SED vorweg ausführte. Schliesslich kann nicht nur der aufgebaute Druck, sondern auch dessen Abbau instabile Zonen im Untergrund in Bewegung bringen, was Beben hervorruft. Vor allem vor der ersten Öffnung hatten die Experten hohen Respekt, da aufgrund von nicht erklärten Druckschwankungen die Befürchtung bestand, dass sich im obersten Bereich des Bohrlochs eine Gaskappe gebildet habe.

Erleichtert vermeldeten die IWB deshalb im Juli einen ersten erfolgreichen Druckabbau. Wöchentlich wird seither das Loch für einen gewissen Zeitraum geöffnet. Rund 350 Kubikmeter Wasser und 140 Kubikmeter Gas in Form von Stick- und Sauerstoff wurden in dieser Zeit abgelassen. Das Abpumpen von Wasser soll noch mehrere Jahre weitergeführt werden. Das derzeit gültige Konzept sieht einen erneuten Verschluss in nach rund fünf Jahren vor.

In der Ankündigung des Kantons war die Rede von 250'000 Franken, die für die vorsorgliche Massnahme eingesetzt werden müssten. Dieser Betrag ist nach Angaben der verantwortlichen IWB mittlerweile auf 400'000 Franken angestiegen. Weitere Kosten fallen in den nächsten Jahren durch die enge Überwachung durch den SED an. Dieser kann jedoch auch einen Erfolg vermelden: Das letzte Minibeben wurde am 26. Dezember 2017 um 11.30 Uhr mit einer Stärke von 0,7 registriert. Seither herrscht Ruhe im Untergrund des Basler Geothermieprojekts.