Lange war es unsicher, ob das Basler Herzstück beim Ausbau der öV-Landschaft in der Schweiz berücksichtigt wird. Nun teilte der Bundesrat mit, dass die Planung dieser Durchmesserlinie in Basel weiter vorangetrieben werden soll. Dafür spricht der Bund Gelder. Der Bundesrat schlägt dem Parlament vor, dass Insgesamt 11,9  Milliarden Franken in den sogenannten Bahn-Ausbauschritt 2035 fliessen sollen.

Dabei werden verschiedene Projekte in der ganzen Schweiz finanziell unterstützt. Ziel ist es, den öffentlichen Verkehr zu stärken. Neben der Einführung von zusätzlichen Halb- und Viertelstundentakte auf etlichen Strecken in der Deutsch- und Westschweiz sollen neu auch direkte Verbindungen zwischen Basel, Delémont und Genf ermöglicht werden.

Gesichert ist in Bezug auf das Herzstück nur die Planung. Das Projekt könne vorangetrieben werden und auf den folgenden Ausbauschritt konkretisiert werden. Die vorgeschlagene Finanzierungsform über eine Drittfinanzierung wurde vom Bundesrat fallengelassen.

Die Kosten für das das Herzstück liegen bei rund 2,8 Milliarden Franken. Die Durchmesserlinie wird indes nicht mit dem Ausbauschritt 2035 realisiert, wie bereits im letzten Jahr klar wurde. Dafür war das Projekt noch zu wenig weit gediehen. Das Herzstück soll jedoch Eingang in den nächsten Ausbauschritt finden, der bis 2026 ausgearbeitet werden soll.

Den beiden Regierungen Basel-Stadt und Baselland geht die Finanzierung der Planung des Basler Herzstücks zu wenig weit. Sie verlangen in einer gemeinsamen Stellungnahmen zusätzlich die Finanzierung der Projektierungskosten. Diese sind im Beschluss des Bundesrats nicht enthalten. Für die Regierungen ist allerdings klar, dass unmittelbar nach dem Abschluss der Planungsarbeiten auch gleich die Projektierung an die Hand genommen werden müsse, wie sie mitteilen. Die Befürchtung dahinter ist, dass es zu Verzögerungen kommen könnte. Für die beiden Regierungen sind die Bundesgelder deshalb nur ein halbes Bekenntnis zur Basler Durchmesserlinie. 

Direktverbindung Basel-Genf 

Neben dem Herzstück wurden auch andere Projekt in der Region in den Ausbauschritt 2035 mit aufgenommen. So soll zwischen Basel und Aesch ganztägig ein Viertelstundentakt ermöglicht werden. Auch vom Badischen Bahnhof nach Lörrach soll ein Viertelstundentakt eingeführt werden. Die Kosten dafür trägt zu einem grossen Teil Deutschland. Ähnlich verhält es sich mit der Verbindung Basel SBB zum Euro-Airport. Auch dort sollen künftig Verbindungen im Viertelstundentakt ermöglicht werden, das meisten zu Lasten von Frankreich.

In Zukunft sollen Züge im Halbstundentakt von Basel nach Biel und jeweils stündlich weiter direkt nach Genf fahren.  Auch nach Zürich über Aarau wird der Takt verdichtet auf einen Halbstundentakt. Zudem soll ebenfalls ein Halbstundentakt ermöglicht werden von Basel über Schaffhausen nach Singen. Dabei soll die Schweiz die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke mitfinanzieren, den grössten Teil der Kosten übernimmt Deutschland. Auch die Verbindung Waldenburg-Liestal soll aufgewertet werden. Dies indem die Anschlüsse verbessert werden soll.

Finanzierung über Fonds

Der Bahnhof Basel soll mit dem Ausbauschritt dem Behindertengleichstellungsgesetzt gerecht umgebaut werden. In Dornach soll zudem eine neue Haltestelle, «Apfelsee», gebaut werden. Ebenfalls Teil des Ausbauschritts ist die Haltestelle Solitude in Basel der Deutschen Bahn.

Die Finanzierung des Bahnausbaus ist über den Bahninfrastrukturfonds gesichert. Diesem hat das Volk bei der Abstimmung zur Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur zugestimmt. Das Parlament wird wohl im nächsten Jahr über den Ausbauschritt 2035 befinden.