Der erste Mehrfachmord der letzten zehn Jahre ereignete sich in der Nacht auf den 9. Juni 2004. Den Todesfällen vorausgegangen war ein routinemässiger Polizeieinsatz an der Kleinbasler Schönaustrasse. Ein 42-jähriger Weinhändler und Vater zweier kleiner Kinder hatte die Polizeipatrouille kurz vor 23.45 Uhr in seine Wohnung im zweiten Stock gerufen, weil er angeblich von schwer bewaffneten Leuten bedroht werde. Mit diesen Personen meinte der Schweizer Bürger sri-lankischer Abstammung drei seiner Angestellten, die er entlassen hatte. Als diese drei – ein Deutscher und zwei Portugiesen – tatsächlich kurze Zeit später bei der Wohnung eintrafen, trugen sie jedoch keinerlei Waffen. Die gekündigten Mitarbeiter wollten lediglich mit ihrem ehemaligen Chef diskutieren. Die drei Mitarbeiter missachteten eine Weisung der Polizei, den Ort wieder zu verlassen, und verharrten vor der Wohnung, weil ihr mittlerweile beruhigter Chef sie zu einer Aussprache eingeladen hatte. Einer der Mitarbeiter klingelte gegen 0.30 Uhr an der Türe ihres Chefs. Letzterer wusste jedoch nicht, dass die Polizei noch immer vor Ort war. Er erschien mit einer Waffe im Treppenhaus und schoss umgehend auf den Leiter des Alarmpiketts, der den Schüssen erlag. Der sichernde Polizist des 48-jährigen Piketts-Leiters schoss auf den waffentragenden Weinhändler und traf in tödlich in den
Rücken.

Am 28. Juli 2008 spielte sich in der Strassburgerallee 87 ein Beziehungsdrama ab. Als die Polizei kurz nach der Meldung am Ort eintraf, fanden sie in einer Wohnung im ersten Stock der Liegenschaft einen durch einen Schuss einer Faustfeuerwaffe schwer verletzten Mann. Im Hausgang fanden sie ausserdem eine bewusstlose Frau, ebenfalls mit Schussverletzungen, vor. Der Mann erlag seinen Verletzungen noch am Tatort, die Frau verstarb im Spital. Die Polizei geht von einem Beziehungsdelikt aus, da es sich beim Mann um einen 36-jährigen Portugiesen und bei der 30-jährigen Frau um seine von ihm getrennt lebende Gattin handelt.

Der letzte Mehrfachmord geschah in Riehen. Ein arbeitsloser Ex-Manager lebte mit seiner Frau und seiner 13-jährigen Tochter an der Unteren Wenkenhofstrasse in Riehen. Im Mehrfamilienhaus der Familie tötete er am 22. September 2010 mit grosser Wahrscheinlichkeit zuerst seine Tochter in ihrem Schlafzimmer und anschliessend seine 49-jährige Frau mit mehreren Schüssen. Nach den beiden Morden nahm sich der 59-Jährige selbst das Leben. Die Polizei wurde von aufmerksamen Nachbarn alarmiert, die Knallgeräusche gehört hatten, diese aber nicht zuordnen konnten.