Durch die drei neuen Hochhäuser beim Dreispitz sollen ungefähr 800 Wohnungen geschaffen werden. Doch das reicht laut Andreas Räss, Leiter Fachstelle Diversität und Integration Basel-Stadt, noch lange nicht: Am Dienstag stellte das Statistische Amt Basel-Stadt die alljährliche Wanderungsanalyse vor. Seit 2007 weist der Kanton jährlich mehr Zuzüge als Wegzüge auf. So auch im Jahr 2016: Insgesamt sind 14 849 Personen nach Basel gezogen, 13 947 verliessen den Kanton. Das bedeutet, dass 2016 ein Wanderungsgewinn von 902 Personen verzeichnet wurde. 44 Prozent der zugezogenen Personen kamen aus der Schweiz, der Rest zog aus dem Ausland zu.

Meiste Zuzüge aus Deutschland

Die meisten Zugezogenen kamen auch im vergangenen Jahr aus Deutschland. Obwohl die Zuwanderung der Deutschen gegenüber 2007 um 19 Prozent zurückging. Die meisten Deutschen liessen sich im Gotthelf- und im Hirzbrunnen-Quartier nieder. Laut Räss ist die Verteilung der Nationalitäten auf die Quartiere gleichmässig: «Das wirkt sich auch positiv auf unsere Schulen aus.» Nirgends würden gewisse Nationen ausgeschlossen werden.

Auch die Zuzüge aus Italien, Frankreich, den USA und Grossbritannien nach Basel-Stadt nahmen seit 2007 zu. Wie Räss betont, kämen viele der Person aus wirtschaftlich schwächeren Ländern: «Es sind meist junge Leute mit einer guten Ausbildung, die hoffen, in der Schweiz einen Job zu finden.» Falls ihnen dies gelinge, würde dann oft die Familie nachgeholt werden.
Insgesamt lag der Ausländeranteil im Kanton bei 36 Prozent. 71 000 Ausländer lebten Ende 2016 im Kanton Basel-Stadt. Aus Sicht der Kantons- und Stadtentwicklung sind die Resultate der Analyse positiv: «Die Tatsache, dass die Bevölkerung des Kantons aufgrund der Zuwanderung weiter wächst, zeigt eindrücklich, das Basel-Stadt weiterhin ein attraktiver Wohnkanton ist. Diese zunehmend pluralistische Gesellschaft ist zu grossen Teilen der florierenden Wirtschaft und dem ungebrochenen Bedarf an Arbeitskräften zuzuschreiben», schreibt das Präsidialdepartement in einer Medienmitteilung. Es sei
eine gesellschaftliche Aufgabe, der Integration zuziehender Personen zugunsten des gesellschaftlichen Zusammenhalts die nötige Beachtung zu schenken. Räss ist überzeugt, dass auch in zukünftigen Jahren ein Gewinn an Zuzügern verzeichnet wird.

Das Statistische Amt machte das Thema Asyl zum Schwerpunkt der Interpretation ihrer Analyse mit der Begründung, dass es momentan eine zentrale Rolle spiele: Seit 2009 wurden im Kanton Basel-Stadt über 80 Anzüge, Interpellationen, Anträge, Motionen, Petitionen oder schriftliche Anfragen zu dem Thema eingereicht. Bei ihren Berechnungen teilte das Statistische Amt die Personen in drei Gruppen ein: Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge mit einer B- oder C-Bewilligung. Ende 2016 lebten knapp 450 Asylsuchende und ungefähr 730 vorläufig Aufgenommene im Kanton Basel-Stadt. Im Vergleich zu 2007 wurden letztes Jahr 280 weitere Personen aufgenommen. Die meisten Asylsuchenden kamen aus Syrien, Eritrea und Afghanistan. Auch bei den anerkannten Flüchtlingen stammte der grösste Teil aus Eritrea. Den zweiten und dritten Platz besetzten jedoch Türken und Personen aus Sri Lanka.

66 UMA in Basel

Die Personen aus den drei Kategorien entsprechen aktuell einem Bevölkerungsanteil von knapp einem Prozent. Auch die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) hat das Statistische Amt erfasst: Durchschnittlich nimmt der Kanton mehr junge Männer als Frauen auf. Die Hälfte der UMA sind zwischen 16 und 17 Jahren alt, ein Drittel zwischen 13 und 15 Jahren. Die meisten unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden stammen aus Eritrea. Wie bei den Erwachsenen dicht gefolgt von Syrern und Afghanen. Im Jahr 2016 lebten 66 UMA in Basel, im Jahr 2007 waren es noch zwölf.