Frau Stirnimann, wie hat sich die Vorbereitung in diesem Jahr angesichts des immer schlechteren Zustands von Matthias Müller und seines Tods im Juli für Sie verändert?

Beatrice Stirnimann: Matthias konnte schon letztes Jahr nichts mehr beitragen. Wir haben in diesem Jahr einfach früher angefangen, alles zu organisieren und Acts zu buchen. Und ich habe mehr Aufgaben übernommen. Aber er fehlt mir sehr. Ich habe das Gefühl, ich bin nur noch die Hälfte. Ich habe in den letzten 20 Jahren, in denen wir zusammengearbeitet haben, mit ihm mehr Zeit verbracht als mit meinem Ehemann.

Wird es einen neuen Präsidenten geben, der Matthias Müllers Rolle übernehmen soll?

Nein, denn seine Position kann man so nicht ersetzen. Wir werden schon noch jemanden ins Team holen, um die Aufgaben, die jetzt vor allem bei mir sind, zu verteilen. Aber das braucht noch etwas Zeit.

Sie sind nun der alleinige Kopf der Baloise Session.

Ja, leider. Wir haben ja gewusst, dass er krank ist, aber haben natürlich auch immer gehofft, dass er irgendwann wieder gesund wird. Aber diese Hoffnung hat sich leider zerschlagen. Und jetzt alleine hier zu sitzen, das ist schon schwer. Und auch wenn man von seiner Krankheit gewusst hat, war es nicht einfach, sich nach seinem Tod wieder aufzurappeln. Aber Matthias wird in seinem Festival, seinem Lebenswerk, weiterleben und somit unvergesslich bleiben.

Wie wird sich das Festival verändern, jetzt wo Sie die neue, alleinige Chefin sind? Oder wollen Sie alles so lassen?

Das Festival soll so bleiben, wie es in den letzten Jahren war. Denn es funktioniert so gut, da würde es keinen Sinn machen, etwas an der Ausrichtung oder der Art und Weise zu ändern. Und wir wollen auch nicht so werden wie alle anderen Festivals, die es gibt.