Es ist ein bisschen wie mit Betty Bossi. Jeder kennt sie, jeder mag sie, jeder isst gern einen Braten, der nach ihren Vorstellungen gekocht wurde. Aber sie existiert nur in den Köpfen der Leute. Mit Klara verhält es sich ähnlich.

Zwar gab es mal eine Dame, die eine Art Klara war für Pascal Biedermann vom gleichnamigen Gastrotempel, im Vergleich zur neuen Klara musste das Original aber nur Kuchen backen. Die neue Klara soll auch Gäste empfangen, für Stimmung sorgen, Identität stiften, Gastgeberin sein. Dies wünscht sich das Leitungsteam von seinen Gastronomen. Zusammen sollen sie Klara sein.

Ueli ist Klara ein Stück voraus

Das «Klara» ist keine normale Beiz. Es ist ein Mikrokosmos, bestehend aus neun Lokalen mit Speisen aus Japan, Argentinien oder Afrika und Getränken, die als Kontrast ausschliesslich aus der Schweiz stammen oder – sofern es sich um Weine handelt – aus angrenzenden Ländern.

Ein eigens für das «Klara» gebraute Bier heisst wie die imaginäre Gastgeberin und kommt aus Einsiedeln, andere Biere mussten weniger weit reisen, das «Ueli» etwa, das wie Klara aus dem Kleinbasel stammt.

Im Gegensatz zu Klara hat Ueli seinen Hauptsitz aber an der gastronomisch gut laufenden Rheingasse. Da hat es Klara schwerer. Sie wird die Gäste an der Clarastrasse empfangen und damit an einem Ort, der mehr tot als lebendig ist. Das weiss auch die Stadt und hat darum geübte Zwischennutzer und Gastronomen angefragt, dem Haus Nummer 13 Leben einzuhauchen.

Strikte Regeln für Standmieter

Allerdings zunächst sicher für zehn Jahre und nicht als Zwischennutzung, wobei es möglich ist, dass die Köche mit der Zeit wechseln, so, wie dies bei Klaras grossen Schwester, der Markthalle, der Fall ist. Schwester darum, weil manche «Klara»-Leute von der Markthalle kommen und die Betriebe zusammenarbeiten, logistisch und in Sachen Know-how – und bald auch kulturell. Ausserdem ähneln sich die Konzepte nicht nur des Foodmixes wegen, sondern auch wegen der Anforderungen an die Standbetreiber.

Diese müssen bei der Markthalle neu und bei «Klara» von Anfang an klar definierte Präsenzzeiten einhalten. Bei «Klara» sind dies mehr als neun Stunden an sechs Tagen, bei der Markthalle sind es ein bisschen weniger Stunden und auch sechs Tage. Standbetreiber, die nicht mehr als 100 Prozent arbeiten wollen, müssen Personal einstellen. Bei der Markthalle war das anfangs nicht der Fall, dort durfte jeder schalten und walten, wie er wollte und so gelang es, als Einzelmaske einen Stand zu führen.

Café Beschle wird bald Nachbar

Zwei Betreiber sind wegen des neuen Reglements gegangen, der eine nennt sich «Vegiman» und betreibt neu den Feldbergkiosk. Auch am «Klara» war er interessiert, die Präsenzzeiten haben ihn aber abgehalten. «Man ist selbstständig, aber doch nicht», sagt er. Das Konzept, die Welt kulinarisch zu vereinen, hält er nach wie vor für gut.

Das «Klara»-Team selber ist vom Erfolg des Konzeptes überzeugt: «Mit Gastronomie wird ein Ort belebt», sagt Neda Schön vom Leitungsteam. Bald eröffne zudem «Beschle» gegenüber ein Café, das ziehe ebenfalls Publikum an. Und da bei Klara in der Stube sämtliche Bedürfnisse abgedeckt würden, habe sie keine Angst, dass mal nichts laufe.

Die Bar bildet das Zentrum des 770-Quadratmeter-Raums, darum herum gibt es Steckdosen für Laptops, Nischen für Flirts, alte Militärbetten für Feierabende, Tische für gediegenes Essen. Auch, wer es exotisch mag, kommt zum Zug: Die asiatische Küchenbox mit Insekten als Zutaten ist startklar. Die Gefahr, dass sich die Viecher in andere Menüs verirren, bestehe aber nicht, verspricht Gastgeberin Klara. 

Eröffnung: Freitag, 15.9., ab 17 Uhr. Clarastrasse 13. www.klarabasel.ch