Markthalle
Essen, trinken und Kultur in der Markthalle geniessen

Das neue Konzept mit Ess- und Getränkeständen, Frucht- und Gemüsehändlern, aber auch künstlerischen Darbietungen soll die Leute unter die Kuppel locken und einen Begegnungsort schaffen.

Janine Müller
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Zurück zu den Wurzeln in der Kuppelebene der Markthalle: Früchte- und Gemüsehändler sollen wie früher wieder ihre Ware anbieten. Niz

Zurück zu den Wurzeln in der Kuppelebene der Markthalle: Früchte- und Gemüsehändler sollen wie früher wieder ihre Ware anbieten. Niz

Nein, in Basel zieht keine Mediamarkt-Filiale in die Markthalle. Ein neues Konzept sieht Piazza-Stimmung, Essen, Getränke, Kunst und Kultur unter der denkmalgeschützten Kuppel vor. Konkret: Ess- und Getränkestände, Frucht- und Gemüsehändler, aber auch künstlerische Darbietungen.

Vier Konzepte standen zur Diskussion. Entschieden haben sich die Credit Suisse als Besitzerin und die Wincasa als Betreiberin für das Konzept einer einheimischen Projektgruppe rund um Architektin Barbara Buser und Sportmuseumsleiter Gregor Dill. Weitere Mitglieder sind: Christoph Schön, Valentin Ismail, Eric Honegger und Alexandra Dill.

In der Pipeline: zweites Projekt

Die Markthallenbetreiber haben sich für das Konzept von Barbara Buser und Gregor Dill entschieden. Irritierend ist nur, dass auch das zweite Projekt, welches in die Endausscheidung kam, noch weiterverfolgt wird. Dieses sieht ein Business-Center vor, wäre also nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und dementsprechend nicht gerade imagefördernd. Die entsprechende Baueingabe sei auch schon erfolgt, sagt Philipp Schoch. Man wolle dieses Projekt weiterverfolgen, weil man bereits so viel Zeit investiert habe. Dieses Projekt soll dann auch in einigen Monaten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Öffentlich wollen es die Verantwortlichen nicht zugeben, aber das Business-Center scheint der Plan B zu sein, sollte das Projekt von Dill und Buser nicht funktionieren. Denn dieses hängt sehr stark davon ab, ob die Stadtbewohner dieses gutheissen. (jam)

Die Markthalle soll für die Öffentlichkeit zugänglich und ein Begegnungsort für alle sein. Essen, trinken, geniessen: so lautet der Slogan der Projektgruppe. Ab dem 1. Januar 2014 läuft der Vertrag zwischen der Credit Suisse und der Projektgruppe. Diese schliesst sich dafür zu einer Aktiengesellschaft zusammen.

Über die Finanzen will sich niemand gross äussern. Klar ist, dass es – bis das neue Projekt angelaufen ist– weniger Mieteinnahmen gibt. Wincasa-Vertreter Philipp Schoch erklärt, dass man dem Projekt genug Zeit geben will. Dabei spricht er von zwei Jahren Evaluationsphase.

Das sei zwar unkonventionell, sei in diesem Fall aber nötig. Und auch möglich, denn die Nutzung der gesamten Markthalle mit Wohnturm und Untergeschoss funktioniere sehr gut. Der Mietausfall der Kuppelebene sei zu verkraften.

Basler sollen Ideen bringen

Barbara Buser freut sich, dass man dem Projekt diese Frist gewährt: «Es ist schön, dass uns die Besitzer so viel Zeit lassen. Das braucht Mut von ihrer Seite.»

Sie ist aber von dem Konzept überzeugt: «Wir bauen das Ganze langsam auf, wollen es reifen lassen. Unser Konzept trifft den Zeitgeist. Wir wollen den Menschen eine Möglichkeit geben, sich zu treffen.»

Die Projektgruppe betonte an der gestrigen Medienkonferenz, dass sie auf die Ideen der Baslerinnen und Basler angewiesen sei. Inputs seien sehr willkommen.

Ob das neue Konzept der landwirtschaftlichen, rauen Kuppelebene den Stadtbaslern gefallen wird, lässt Barbara Buser offen. «Unser Konzept ist flexibel. Wenn es nicht funktioniert, dann ändern wir es halt.»

Die Schollen unter der Kuppel werden abgerissen. Das bedeutet auch das Ende für die beiden noch verbleibenden Kleiderläden Zooloose und Superdry. Superdry schliesst heute und zieht in die Innenstadt, Zooloose geht Ende August.

Möglichkeit fürs Kunstmuseum?

Bereits dann ist es der Projektgruppe möglich, die Kuppelebene zu bespielen. Wie und wann genau, ist noch offen. Eine Idee geistert allerdings in den Köpfen der Projektmitglieder schon herum: Das Kunstmuseum könnte doch während der Umbauphase unter der Markthallen-Kuppel ausstellen.

Beim Kunstmuseum reagiert man darauf keineswegs abweisend. «Seit der Bekanntgabe der Sanierungsarbeiten im Kunstmuseum sind zahlreiche Vorschläge bei uns eingegangen», antwortet Christian Selz, Medienverantwortlicher des Kunstmuseums.

Allerdings werde man den Fokus auf das Museum für Gegenwartskunst richten, zusätzlich würden aber auch andere Optionen geprüft. Darunter auch Kooperationen mit externen Institutionen.

Ideen: mitmachen@altemarkthalle.ch oder www.altemarkthalle.ch.

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