Regierungsratswahlen

Esther Keller zum Regierungswahlkampf: «Ich will zeigen, dass ich Nähe zulasse»

Zu Gast bei der Regierungsratskandidatin: Esther Keller lud die Medienschaffenden zu sich nach Hause ein.

Zu Gast bei der Regierungsratskandidatin: Esther Keller lud die Medienschaffenden zu sich nach Hause ein.

Esther Keller kandidiert für die Basler GLP für den Regierungsrat und für das Regierungspräsidium. Ihr erster Wahlkampfanlass ist Auftakt und Statement zugleich.

Esther Keller sitzt im Garten ihres neuen Hauses neben dem Kannenfeldpark. Hier wohnt sie zusammen mit Freunden. Erst vor zehn Tagen ist die Wohngemeinschaft eingezogen. Mitten im Gespräch klingelt es an der Türe: Das neue Ecksofa fürs Wohnzimmer wird geliefert.

Sie weiss, was sie an diesem Mittwochmorgen sagen will. Der Anlass für die Medien soll der Startschuss ihres Wahlkampfes sein. Jetzt will sie dem Basler Stimmvolk erzählen, warum gerade sie die Stimme verdient und was sie mit dem Kanton Basel-Stadt vor hat.

Analog und digital unterwegs

Die Regierungsratskandidatin und Bewerberin fürs Regierungspräsidium hat ihre Argumente und Wahlversprechen auf einem A3-grossen Flyer untergebracht. Daneben: zahlreiche Hashtags, eine bemalbare Karte des Kantons Basel-Stadt, ihre Wahlkampftermine und ihre Lieblingsplätze. Alles in Grün, der Farbe der GLP.

Keller will in den kommenden Wochen analog und digital unterwegs sein. Ihre Wählerinnen und Wähler duzt sie auf den Plakaten. Auch das ist Teil der Kampagne, die vor allem auf der Volksnähe Kellers beruht. «Die Baslerinnen und Basler wünschen sich eine Regierungsratspräsidentin, die präsent und spürbar ist», sagt die 36-Jährige.

Von der Journalistin zur Grossrätin

Ihre erste Medienkonferenz als Regierungsratskandidatin wandelt Keller denn auch in eine Einladung zu sich nach Hause um. «Ich bin müde von den klassischen Pressekonferenzen», sagt sie, die als ehemalige «Telebasel»-Journalistin bereits Dutzende besucht hat. Ihr Werdegang führte sie anschliessend in die Kommunikationsabteilung des Pharmakonzerns Novartis. In der Politik ist sie noch nicht lange: Erst vor einem Jahr rückte sie in den Grossen Rat nach.

Die Stunden im Garten nutzt Keller gekonnt für ihren Auftritt: Entspannt sitzt sie unter dem schattenspendenden Baum, empfängt die Medienschaffenden, bietet Kaffee und Wasser an, verteilt ihre Flyer. Der erste Wahlkampfanlass sei auf diese Weise coronakonform und gleichzeitig ein Statement, sagt Keller. «Ich will zeigen, dass ich die persönliche Nähe zulassen. Nicht nur jetzt, sondern auch, wenn ich gewählt werden würde.» Eine Führung durch die neue Bleibe der Wohngemeinschaft mache sie aber nicht.

Keller kritisiert die Politik von gestern

Es wirkt mühelos, wenn die selbstständig Autorin, Moderatorin und Kommunikationsberaterin sagt: «Führungskompetenz ist zentral für das Amt der Regierungsratspräsidentin. Ich bringe sie mit, zusammen mit meiner Auftrittsfähigkeit, meinem Kommunikationswissen und dem historischen Verständnis.»

Darin schwingt Kritik an der amtierenden Regierungsratspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) mit. Es sei Politik von gestern, wenn Dinge besser dargestellt würden, als sie sind. Dies kritisiere ja auch die Basler Geschäftsprüfungskommission in ihrem neusten Bericht. Keller: «Ich habe gelernt, dass die Leute die Karten auf dem Tisch sehen wollen. Mit der Vogel-Strauss-Taktik können keine Probleme gelöst werden.» Dass sie sich mit offener Kritik an Regierungsräten nicht nur Freunde macht, scheint Keller zu akzeptieren. «Ich will Dinge benennen und transparent sein.»

Eine Kandidatin mit grossen Wahlversprechen

Neben dem Gartentisch blickt eine übergrosse Esther Keller den eintretenden Gast direkt an. «Heute Abend versorge ich das Plakat sofort wieder im Keller», sagt die Kandidatin. Noch müsse sie nicht überall ihr Gesicht sehen. Aber nicht nur die Plakate sollen mehr Grün in die Stadt bringen, sondern auch die Wahlversprechen von Keller. Mit «Grün 2025» will sie die den Fussgänger- und Veloverkehr ausbauen. «Kultur 2025» fordert mehr Unterstützung für freie Kulturschaffende. Fortschritte in der Digitalisierung der Verwaltung will Keller mit «Staat 2025» und neue Arbeits- sowie Formen sind unter «Leben 2025» zusammengefasst. Zuletzt setzt Keller auf eine stärkere Zusammenarbeit in Nordwestschweiz und Dreiland.

Es sind viele Fronten, an denen Keller kämpft. Hinter ihr steht eine kleine Partei, die in den vergangenen Jahren einige Wahlerfolge erreichte. Und es sind grosse Versprechen, die sie der Stimmbevölkerung gibt. Keller sagt: «Ich will ein Zeichen setzen und etwas ausprobieren. Mit einem frischen Blick, den ich hoffentlich nie verliere.»

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