Nachgefragt
ETH-Campus in Basel: «Das ist erst der Anfang einer grossen Erfolgsgeschichte»

Die ETH baut mitten in Basel einen neuen Life-Sciences-Campus. Am Donnerstag wurde Grundsteinlegung gefeiert. Der Gesundheits- und Forschungscluster mit Bio- und Pharmazentrum, Kinderspital und Unispital Basel wird dank ETH-Campus gestärkt.

Hans-Martin Jermann
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Grundsteinlegung ETH-Schällemätteli-Campus
11 Bilder
Schrauben die Zeitkapsel zu: ETH-Präsident Lino Guzzella, die Regierungsräte Conradin Cramer und Monica Gschwind.
Regierungsrat Conradin Cramer(l.) und Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich
Die Metallkiste mit der Zeitkapsel für die Grundsteinlegung für das Forschungs- und Lehrgebäude das Departement für Biosysteme der ETH
Timm Schroeder, Vorsteher des Departements für Biosysteme der ETH Zürich (l.), und Ulrich Weidmann, Vizepräsident für Personal und Ressourcen der ETH Zürich (r.) bei der Grundsteinlegung.
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«Die ETH hat gut gewählt. Hier in Basel geht die Post ab. Über Zürich sage ich jetzt nichts.» Andrea Schenker-Wicki Rektorin der Universität Basel – und ehemalige Studentin an der ETH Zürich
Die Baugrube
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Lino Guzzella

Grundsteinlegung ETH-Schällemätteli-Campus

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Herr Guzzella*, weshalb investiert die ETH 200 Mio. in einen Biotech-Campus nicht in Zürich, sondern in Basel?

Natürlich gibt es in Zürich in den Bereichen Bereich Pharma, Life Sciences und Medtech ebenfalls Exzellenz. Aber in einer solchen Ausprägung und in Verknüpfung mit der Industrie ist Basel die Nummer eins, ganz sicher in der Schweiz, mit grosser Sicherheit in Europa und sogar weltweit zählt Basel zu den Besten. Die ETH geht dorthin, wo die Besten sind.

Forschungsresultate kann man heute doch bequem via Cloud austauschen. Wozu noch die räumliche Nähe?

Die räumliche Nähe wird trotz modernen Kommunikationsmitteln immer wichtiger. Die Probleme werden immer komplexer, dazu müssen Sie immer mehr Disziplinen zusammenführen. Die Idee, dass dieser Austausch wirkungsvoll übers Internet stattfinden kann, hat sich als falsch erwiesen. Ausführung und Detailarbeit lässt sich zwar schon dezentral organisieren. Aber der erste zündende Gedanke findet statt, wenn Menschen zusammenkommen. Die wichtigste Innovationsbrutstätte überhaupt ist die Kaffeemaschine.

Bestehen bei der ETH Ideen für einen weiteren Ausbau im Raum Basel?

Ideen gibt es und noch mehr Wünsche. Das Departement für Biosysteme ist gewachsen und will weiterwachsen. Konkret ist nichts geplant, mittel- bis langfristig bin ich überzeugt: Das hier ist der Anfang einer grossen Erfolgsgeschichte.

Mit einem weiteren ETH-Forschungszweig in Basel?

Das ist denkbar. Es gibt weitere Felder, in denen die ETH in Basel gerne tätig wäre.

Anfang Jahr wurde bekannt, dass sich der Neubau um mehrere Monate verzögert. Damals war von Mehrkosten von 10 Millionen Franken die Rede. Können Sie diese Zahl bestätigen?

Nein. Die Mehrkosten sind im Moment schwierig zu beziffern. Das werden wir erst bei der Bauabrechnung wissen. Ich gehe von vergleichsweise tiefen Mehrkosten aus. Die Verzögerung beträgt ein knappes halbes Jahr, wir möchten bereits 2020 den Bau fertiggestellt haben.

*Lino Guzzella (60) ist seit 2015 Präsident der ETH Zürich und ordentlicher Professor für Thermotronik.

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