Seit Anfang Woche werden die Mittlere Brücke und die Greifengasse saniert. Die auffälligste Veränderung: Die Trottoirs der Mittleren Brücke werden um 40 Zentimeter verbreitert, damit Fussgänger mehr Platz haben. Die Brücke und die Greifengasse sollen so stärker den Charakter eines Boulevards erhalten.

Die Pläne des Bau- und Verkehrsdepartments von SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels sorgen bei dessen Parteikollegen allerdings für ungläubiges Kopfschütteln. Denn das Basler Parlament hat unlängst klar gemacht, wie es sich die Gestaltung der verkehrsfreien Innenstadt vorstellt. Der Anzug «Weg mit den Trottoirs» von SP-Grossrat Christian von Wartburg wurde mit über zwei Dritteln der Stimmen gutgeheissen. Dieser verlangt, dass in der Innenstadt, wenn immer möglich, auf Trottoirs verzichtet wird.

«Ein bizarrer Entscheid»

Bei der Mittleren Brücke sei dies jedoch nicht zur Debatte gestanden, sagt Daniel Hofer vom Bau- und Verkehrsdepartement. «Aus denkmalpflegerischen Gründen sollte das Profil der Brücke erhalten bleiben.» Weiter würden Tram, Bus, Velos und Taxis ohne Trottoirs stark behindert werden. «Die Verwaltung kann auch nicht einen Entscheid vorwegnehmen, den der Regierungsrat noch nicht verabschiedet hat.»

Von Wartburg kann darüber nur ungläubig den Kopf schütteln: «Etwas so bizarres wie ein Denkmalschutz für Trottoirs habe ich noch selten gehört.» Wenn man die Innenstadt verkehrsfrei haben will, verstehe er nicht, warum diese weiterhin für Autos gestalten würde, so der SP-Grossrat.