Es sind gute Nachrichten, die Bärbel Schäfer, Regierungspräsidentin aus Freiburg im Breisgau, gestern in der Basler Safranzunft verkündete. Die Oberrheinkonferenz hat rund 120 Millionen Euro europäische Fördergelder zu vergeben, aus dem sogenannten Interreg-Topf. Eine erste Tranche von vier EU-Millionen geht an grenzübergreifende Projekte (bz berichtete). So fliessen 1,3 Millionen Euro in das Vorprojekt zum Bahnanschluss des Euro-Airports.

Fünf Unis spannen zusammen

Subventioniert wird auch das Projekt «European Campus», bei dem sich die fünf Universitäten am Oberrhein – Karlsruhe, Strassburg, Mulhouse, Freiburg im Breisgau und Basel – in einer Art wissenschaftlicher Freizone zusammenschliessen. Mit der Schaffung einer juristischen Persönlichkeit, dem Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), so der barbarische Name, können die fünf Unis zusammen Professoren und Mitarbeiter einstellen, gemeinsame Forschungsprojekte kreieren, Studiengänge und neue Abschlüsse anbieten und auch ein gemeinsames Grossforschungszentrum schaffen. Und zwar, ohne dafür langwierig neue Verträge auszuhandeln.

An welcher Universität dann ein Professor wann unterrichtet, wäre zweitrangig. Die fünf Universitäten zusammen könnten sich einen stark spezialisierten Professor leisten und würden bei ihren insgesamt 115 000 Studierenden auch eine genügend grosse Nachfrage für sein Angebot generieren.

Ziel sei es letztlich, am Oberrhein eine Grossforschungseinrichtung wie das Cern in Genf zu bauen, so Bärbel Schäfer zusammen mit Guy Morin und Jacques Garau, Vertreter der neuen Grossregion Alsace–Champagne–Ardennes–Lorraine. Die Idee ist längerfristig angelegt, nämlich auf acht bis zehn Jahre. Das Grossforschungszentrum könnte eine Technologieplattform für Bereiche wie Systembiologie, Mikrosystemtechnik und Materialwissenschaft sein, die Spitzenforscher aus der ganzen Welt an den Oberrhein holen soll. Das Projekt «European Campus» wird Montag in Basel präsentiert.

Über Fessenheim geredet

Der Basler Regierungspräsident Guy Morin ist 2016 Präsident der Oberrheinkonferenz. Diese besteht in der heutigen Form seit 1998 und ist ein Koordinationsausschuss der regionalen Exekutiven aus der Schweiz, Frankreich und aus Deutschland. In erster Linie dient das Gremium der Koordination und dem Austausch.

So wurde etwa der Störfall von Fessenheim in der Oberrheinkonferenz zwar besprochen. Beschlüsse wurden aber keine gefasst, so Morin. Man habe die französische Seite aber darüber informiert, dass von Schweizer und deutscher Seite aus Briefe und Vorstösse unterwegs seien, welche die sofortige Stilllegung des AKWs fordern.