Sendepause

Euro-Airport bald ohne Schweizer Mobilfunknetz

Frankreich droht der Schweiz mit dem Ausschalten des Schweizer Mobilfunknetzes auf dem Gebiet des Euro-Airports.

Frankreich droht der Schweiz mit dem Ausschalten des Schweizer Mobilfunknetzes auf dem Gebiet des Euro-Airports.

Ändert sich bis Ende Juli nichts an den laufenden Verhandlungen zum Euro-Airport, droht Frankreich mit dem Ausschalten des schweizerischen Mobilfunknetzes. Bis anhin empfängt man am Flughafen die Schweizer Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt.

Neben der laufenden Steuerdebatte um den Euro-Airport droht Frankreich der Schweiz nun mit dem Ausschalten des Schweizer Mobilfunknetzes, wie die Gratiszeitung 20 Minuten berichtete.

Die Verhandlungen betreffend dem Euro-Airport laufen, noch hat sich keine Lösung im Streit zwischen der Schweiz und Frankreich abgezeichnet. Auch der Staatsbesuch des französischen Präsidenten Hollande von vor zwei Wochen brachte wider Erwarten keine neuen Erkenntnisse. Die Auseinandersetzungen um die Steuerfrage auf dem Euro-Airport hatten im Juli 2014 begonnen. Damals hatte Frankreich damit gedroht, im Schweizer Teil des Flughafens unilateral französisches Steuerrecht einzuführen. Die Handelskammer beider Basel warnte bereits beim Besuch Hollande: Die Steuerbelastung könne sich beim jetzigen Verhandlungszustand mehr als verdoppeln.

Zu den nur schleppend vorankommenden Verhandlungen kommt nun ein weiteres Problem: «Die Swisscom musste per 14. April 2015 ihre UMTS-Antenne (3G) abschalten», sagt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze. Die Versorgung mit dem Schweizer Handynetz sei aus der Sicht Frankreichs nicht konform mit dem französischen Fernmelderecht. Neben Passagieren sind auch Schweizer Firmen auf das Schweizer Mobilfunknetz angewiesen. Trotzdem waren die französischen Provider bisher zu keiner Kooperation bereit. Bleibt dies bis Ende Juni so, müssen die Schweizer Anbieter ihr gesamtes Netz abschalten.

Vivienne Gaskell, Kommunikationsleiterin des Euro-Airports erklärt, dass Verhandlungen zwischen den Netzbetreibern Frankreichs und der Schweiz sowie der zuständigen Landesbehörde in Gange seien. «Der Flughafen bedauert die Situation und nimmt eine Vermittlerrolle ein, da es um eine wichtige Dienstleistung für unsere Kunden geht», sagt sie. Konkrete Lösungsansätze gäbe es bereits. Obwohl kostenloses W-Lan eine Alternative sein könnte, wird eher eine Sendeerlaubnis für die Schweizer Anbieter angepeilt.

In Grenzgebieten sei die Diskussion nicht neu. Am Genfer Flughafen gäbe es dasselbe Problem. «Beide Seiten müssen sich finden und die Anbieter gewisse Vereinbarungen treffen», sagt Gaskell.

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