Zuerst sah es gut aus: Auf Anfrage meldete Euro-Airport-Sprecherin Vivienne Gaskell, dass am Morgen erst ein Flug aus Frankfurt anuliert wurde. Die Maschine musste wegen Sturmböen zurück zu ihrem Heimflughafen. Am Mittag präsentiert sich die Situation aber bereits dramatischer: Zehn Flüge wurden mittlerweile annulliert. Eine Schliessung des Flughafens stehe im Moment aber nicht zur Diskussion, sagt Gaskell gegenüber der bz. «Es hängt vom Ermessen des Piloten ab, ob er starten oder landen will», berichtet Gaskell. Eine Rolle spielt einerseits die jeweilige Maschine. Entscheidend ist andererseits auch die Erfahrung und der Charakter des Piloten.

«Joachim» bringt starker West-Wind

Das Sturmtief «Joachim» ist für den Flughafen besonders heikel, da es für starken West-Wind sorgt. Dieser seitliche Wind ist denkbar ungünstig für die Nord-Süd-Pisten des Euro-Airports. Ideal ist immer Gegenwind. „Dass so viele Flüge wegen Sturm annulliert werden müssen, habe ich in Basel noch nie erlebt", sagt Gaskell, die seit 2002 für den Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg arbeitet. Bei anderen Stürmen der letzten Jahre waren herumfliegende Gegenstände ein Problem, jedoch nicht wie heute die direkten Auswirkungen der Böen auf die startenden oder landenden Flugzeuge.

Auch während des letzten grossen Sturms waren nicht primär die Flugbewegungen beeinträchtigt, sondern die stehenden Maschinen: Im Jahr 1999 beschädigte „Lothar" auf dem Basler Flughafen drei Crossair-Flugzeuge. Windböen zerstörten Bewegungsmechanismen und verschoben ein geparktes Flugzeug.