Fluglärm
Euro-Airport: Zuckerbrot und Peitsche für lärmige Nachtflieger

Der Euro-Airport verschärft die Nachtflugregeln. So soll es bei nächtlichen Landungen weniger Lärm geben. Ausserdem etabliert der Flughafen ein neues Tarifsystem für Landungen

Boris Burkhardt und Michael Nittnaus
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Keystone

Der Euro-Airport kommt den lärmgeplagten Anrainern entgegen: Mit verschiedenen Massnahmen will der Verwaltungsrat laute Flieger aus den Nachtzeiten fernhalten; ein komplettes Nachtflugverbot wie in Zürich lehnt er aber weiterhin ab.

Die Lärmgrenze der Flugzeuge zwischen 22 und 6 Uhr wird angehoben: Wer lauter als die festgesetzte Grenze ist, darf in dieser Zeit nicht mehr landen.

Flugzeuge unter dieser Grenze sollen aber freiwillig nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche zu Tagesflügen animiert werden: Bis 2013 werden die Zusatzgebühren für Landungen zwischen 22 und 6 Uhr schrittweise um 50 Prozent erhöht; tagsüber werden die Grundgebühren um vorerst 14 Prozent reduziert. Bei täglichen Landungen könnten so für die Fluggesellschaften Mehrkosten von bis zu 90 000 Franken pro Jahr entstehen.

An Sonntagen und Feiertagen dürfen die lautesten Flugzeuge ausserdem vor 9 Uhr und nach 22 Uhr nicht mehr fliegen. Das betrifft vor allem Flüge von grossen Frachtmaschinen, die laut Flughafendirektor Jürg Rämi aber heute schon auf 30 bis 40 Starts im Jahr reduziert wurden. Des weiteren wird der Flughafen zwischen 23 und 6 Uhr keine Landungen mehr akzeptieren, die nicht für Basel-Mulhouse programmiert sind.

Die Regierungen beider Basel sowie Vertreter der Wirtschaft begrüssen diese Massnahmen; weitergehende Flugbeschränkungen halten sie für gefährlich für die regionale Wirtschaft und die Arbeitsplätze, die vom Flughafen abhängig seien. Der Schutzverband gegen den Fluglärm betrachtet die Massnahmen nur als «Kosmetik» und sieht sich sehr enttäuscht von den Regierungen, die sich für ein Nachtflugverbot wie in Zürich einsetzen wollten.