Käufermarkt
Euro wird Schweizer Muba-Ausstellern das Geschäft vermiesen

An der Muba gibt es Befürchtungen, dass wegen des hohen Frankens die Aussteller Umsatz einbüssen. So werden dieses Jahr einige Punkte angepasst und verbessert.

Stefan Schuppli
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Die Muba wird dieses Jahr frankengeprägt sein.

Die Muba wird dieses Jahr frankengeprägt sein.

Keystone

Am kommenden Freitag öffnet die 99. Muba ihre Pforten. Sie wird im Zeichen des Euro stehen – ganz einfach, weil die Muba schon immer eine gute Einkaufsmesse war. 87 Millionen gaben im Jahr 2014 die Muba-Messebesucher nach eigenen Angaben aus – pro Einkauf im Schnitt über 1000 Franken.

Ob es in diesem Jahr so viel sein wird, ist fraglich. Denn der Euro wird auch den Schweizer Ausstellern das Geschäft vermiesen, falls sie nicht in der Lage sind, die Preise nach unten anzupassen. Das Problem ist allerdings nicht neu, denn die Eurobaisse gab es schon vor einigen Jahren.

Aussteller-Mix verändert

Messechefin Kay Schmid weist darauf hin, dass sich das auch beim Mix der Aussteller niederschlägt. So gibt es beispielsweise unter den ausstellenden Küchenbauern nur gerade drei Schweizer, die anderen vier kommen aus Deutschland. Vom Wechselkurs besonders betroffen sind die langlebigen Konsumgüter. Dort schränkt die Preisdifferenz besonders ein. Man darf aber davon ausgehen, dass viele Importeure die Preise anpassen. Sie dürften ansonsten relativ rasch ein Problem bekommen. Von der Öffentlichkeit wird erwartet, dass die Preise rasch sinken. Viele Importeure und Detaillisten haben das begriffen. Schmid befürchtet eines: «Da wird auf der Messe geschaut, man lässt sich informieren. Und schliesslich kauft man in Deutschland.»

Die Muba im Vorjahr war erfolgreich. Die Besucherzahlen haben wieder leicht zugenommen. Die Öffnungszeiten wurden am Abend auf 20 Uhr verlängert. Das führte im vergangenen Jahr zu Kritiken der Weinhändler, weil die Degustation ihre Türen gleichzeitig schloss wie die Messe. Diese Extrastunde der «Degu» war für die Getränkehändler ein ganz wichtiger Faktor, kamen doch alle Aussteller noch rasch auf einen Drink vorbei und kauften ein. In diesem Jahr hat auch die Degustation eine Stunde länger offen, und die Welt dürfte in Ordnung sein.

Leichte Anpassungen wird es bei der Besucherführung auf dem Messeplatz geben. Er werde «einladender» gestaltet. 2014 habe man festgestellt, dass sich die Besucher dem Gebäude entlang zur Rundhofhalle bewegten. «Das sind Dinge, die sieht man erst, wenn die Messe läuft. Korrigieren kann man das erst ein Jahr später», sagt Schmid.

Weniger Menschenschlangen

Auch der Billettverkauf, der im vergangenen Jahr an Wochenenden zu langen Schlangen führte, soll verbessert werden: mehr Verkaufsstellen, ambulante Verkäufer für Ticketgutschein-Umtausch, mehr Online-Verkauf. Intern ist die Messe zusammengerückt. Muba, Comptoir Suisse (Lausanne) und die Messe Zürich, die alle unter dem Dach der Messe Schweiz sind, arbeiten seit zwei Jahren bereichsweise zusammen. «Das funktioniert gut», sagt Schmid.

Für Aussteller, die alle drei Standorte – Basel, Lausanne, Zürich – bespielen, gibt es Synergien. Man muss nicht dreimal das Rad erfinden. Das habe sich beispielsweise beim Betty-Bossi-Stand gezeigt. «Die lokalen Eigenheiten können aber dennoch beibehalten werden. Eine Gleichschaltung wäre ein Fehler.»

Marokko lädt als Gastland ein

Das Muba-Team innerhalb der Messe Schweiz (MCH) erfasst unter dem Jahr gerade mal neun Personen. Drei Wochen vor der Muba schwillt der Personalbestand auf 60 an –, es sind Angestellte der Messe Schweiz, die der Muba-Organisation bei ihrer Vorbereitungsarbeit helfen.

Vor der eigentlichen Messe sind die Standbauer aktiv, dutzende von Firmen mit gegen 2000 Mitarbeitenden. 600 Aussteller haben sich in diesem Jahr angemeldet. Geht man von einer durchschnittlichen Belegung von drei bis vier Personen aus, kommt man auf 2500 Mitwirkende.

Das Gastland der diesjährigen Muba ist Marokko, vertreten durch die Organisation Maroc Export. In typischem Ambiente heisst das nordafrikanische Land seine Gäste willkommen, verwöhnt sie mit kulinarischen Spezialitäten und präsentiert Schätze der orientalischen Kultur.

Voll auf ihre Kosten kommen Liebhaber authentischer Maghrebküche: Marokkanische Köchinnen und Köche bereiten landesspezifische Spezialitäten zu – von Couscous bis Tajine. Gezeigt wird des Weiteren eine gemäss Messeleitung einzigartige Sammlung von Nomadenteppichen. Neu an der Muba ist der Startup-Corner, wo junge Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen dem breiten Publikum anbieten.

Das Lufthygieneamt beider Basel zeigt innerhalb der Sonderpräsentation «Stille Nacht...?» auf, dass das Ohr nie schläft und wie sehr uns Geräusche nachts beeinflussen.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11 bis 20 Uhr. Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Degustation: Donnerstag, Freitag, Samstag eine Stunde länger geöffnet. Ab 17 Uhr Gratiseintritt

Eintritt: Tageskarte Donnerstag bis Sonntag 15 Franken. Tageskarte Montaa bis Mittwoch 9 Franken