Luftverkehr
EuroAirport: Zukunft des Basler Flughafens steht zur Debatte

Die Entwicklungsperspektiven des Flughafens Basel-Mülhausen werden mit der Vernehmlassung zum Bundes-Sachplan zur Diskussion gestellt. Als Zukunftsoption enthält dieser eine parallele zweite Hauptpiste. Schon heute blockiert Fluglärm Bauzonen in Schweizer Gemeinden.

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Die Entwicklungsperspektiven des Flughafens Basel-Mülhausen werden mit der Vernehmlassung zum Bundes-Sachplan zur Diskussion gestellt.

Die Entwicklungsperspektiven des Flughafens Basel-Mülhausen werden mit der Vernehmlassung zum Bundes-Sachplan zur Diskussion gestellt.

Keystone

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat am Mittwoch in Basel den Vernehmlassungsentwurf für das Objektblatt des «Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt» (SIL) zum EuroAirport Basel-Mülhausen (EAP) vorgestellt. Für den ganz auf französischem Boden liegenden EAP ist ein Objektblatt nötig, da sein Lärm für Schweizer Gebiet Konsequenzen hat.

Das Objektblatt beschreibt laut BAZL die Rolle des Flughafens und seine voraussichtliche Entwicklung bis 2030, definiert die Betriebsform und legt das zulässige Lärm-Limit für die Schweizer Gebiete fest. Basis sind unter anderem der EAP-Staatsvertrag von 1949 und Bundes-Bedarfsprognosen von 2005.

Bauplanerische Einschränkungen verursacht der EAP-Lärm heute für Allschwil und Schönenbuch. Das zwölfseitige SIL-Objektblatt hält überdies «Hindernisbegrenzungen» für 16 weitere Gemeinden in Basel-Stadt, Baselland und Solothurn fest.

Fluglärm-Streit

Die 2006 eingeführte automatische Landeroute aus Süden via Passwang über Basel (ILS 33) hat anhaltende Fluglärm-Diskussionen angeheizt. Dauerbrenner ist dabei die Forderung nach einer gleich langen Nachtflugsperre wie am Flughafen Zürich.

Am Dienstag hatte zudem Frankreich die Pläne für den EAP-Bahnanschluss öffentlich aufgelegt, der im Objektblatt enthalten ist. Vorgesehen sind sechs Kilometer neue Gleise und ein neuer Bahnhof direkt am EAP. Heute fahren ab Basel Busse in kurzem Takt.

Da das SIL-Objektblatt behördenverbindliches Raumplanungsinstrument ist, ist Opposition zu erwarten. Schon am Tag vor der Publikation hatte ein Verbund betroffener Schweizer Gemeinden auf den Schutz der Wohnbevölkerung gepocht, vor dem Ausbau der Luftfracht gewarnt und den Bahnanschluss als unnötig, teure Prestige-Idee kritisiert.

Vernehmlassung bis im Sommer

Für die Lärm-Auswirkungen greift der SIL-Objektblatt-Entwurf auf französische Berechnungen von 2004 zurück. Diese enthalten laut BAZL «als langfristige Planungsoption» eine zweite Nord-Süd-Piste - konkrete Pläne dafür bestünden derzeit keine. Eine Realisierung würde neue Lärmberechnungen erfordern sowie die Anpassung des SIL- Objektblattes.

Die Anhörung von Organisationen und Privaten zum Entwurf des SIL- Objektblatts dauert einen Monat, bis zum 23. Juni. Die beiden Basler Kantone sowie die Gemeinden haben bis 27. August Zeit. Der Bundesrat soll das danach zu überarbeitende Objektblatt noch im laufenden Jahr genehmigen.

Laut BAZL ist der EuroAirport Basel-Mülhausen «binationaler Flughafen mit trinationaler Bedeutung». Zusammen mit den Flughäfen Zürich und Genf bilde er «die zentrale Infrastruktur der Schweizerischen Luftfahrt».