Freizeit
Europa-Park plant einen grossen Wasserpark für Familien

Der Europa-Park in Rust stellt Familien noch mehr in den Mittelpunkt: Auf 33 Hektaren soll ein In- und Outdoorangebot mit Rutschen, Wellenbad und Wasserspielplatz entstehen.

Peter Schenk
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Schon heute spielt das Wasser im Europa-Park eine Rolle (im Bild das Fjord Rafting). ZVG/Europa-Park

Schon heute spielt das Wasser im Europa-Park eine Rolle (im Bild das Fjord Rafting). ZVG/Europa-Park

Es ist die grösste Investition des erfolgreichen Familienunternehmens Europa-Park und soll einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Auf einer 33 Hektaren grossen Erweiterungsfläche will Inhaber Roland Mack einen Wasserpark bauen lassen. Mit Wellenbad, einem künstlichen Fluss, Rutschen, Surfsimulator, Wasserfall, Ruhebereich mit Strandcharakter und Wasserspielplatz soll das Projekt vor allem junge Familien ansprechen.

Der Wasserpark besteht aus Indoor- und Outdoorbereich. Die Outdoor-Aktivitäten werden je nach Wetterlage von Mitte Juni bis Anfang September geöffnet, das Indoor-Angebot soll ganzjährig verfügbar sein; sein Ausmass erklärt die Höhe der Investitionen, die laut Medienberichten sogar im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen. Geplant ist auch ein weiteres Hotel. Schon heute bietet der Europa-Park 4500 sehr gut ausgelastete Betten an. Von den jährlich knapp fünf Millionen Besuchern kommen 20 Prozent aus der Schweiz. Die Hotels werden von ihnen überdurchschnittlich genutzt.

Mit dem Bau des Wasserparks soll sich der Europa-Park konsequent weiter zur Kurzreisedestination entwickeln. «Die Standortsicherung ist uns enorm wichtig. Langfristige Umfragen haben ergeben, dass die Europa-Park-Besucher einen Wasserpark wünschen. Wir können uns keinen Stillstand erlauben, wenn die Region für Gäste mit weiterer Anreise attraktiv bleiben soll», lässt sich Roland Mack in einer Medienmitteilung zitieren.

Viele Badegäste sind schon da

Die jährlich erwarteten 400'000 bis 600'000 Gäste sollen zu 80 Prozent bereits Besucher des Europa-Parks sein, der sich neben dem geplanten Wasserpark befindet. Wellnessbereiche oder Saunen wird man dort umsonst suchen. «Es geht mehr darum, ein ähnliches Kribbeln wie im Europa-Park zu haben», sagte Mack in einem Videointerview mit der «Badischen Zeitung» und spielte damit wohl auf etliche Bahnen im Europa-Park an.

Auch tropisches Klima wird es im Wasserpark nicht geben. «Wir wollen unserer europäischen Themengestaltung treu bleiben», fuhr Mack fort. Als Vorbild für die Gestaltung sieht er die Wälder Skandinaviens und des Schwarzwaldes.

Da das Genehmigungsverfahren für den neuen Park noch läuft, gibt es noch keinen festen Eröffnungstermin. Mack hofft, den Bauantrag 2015 einreichen zu können und schnell danach mit dem Bau zu beginnen. Der Europa-Park rechnet mit einer Bauzeit von 18 Monaten bis zu zwei Jahren. Eine Fertigstellung ist also nicht vor 2016 zu erwarten.

Weltweit Wasserparks besucht

Mit der Entscheidung für die Erweiterung hatte es sich das Familienunternehmen nicht leicht gemacht. Im Rahmen des «Konzept Zukunft» war davon schon zehn Jahre lang die Rede. Die konkreten Planungen für den Wasserpark laufen seit zwei bis drei Jahren. Um sich inspirieren zu lassen, haben die Planer weltweit Wasserparks besucht. Die Gästebefragungen hätten ergeben, dass die Besucher vor allem Rutschen und Attraktionen wollen, wie man sie bislang vor allem aus den USA kennt, wird Michael Kreft von Byern, Beauftragter der Geschäftsführung, von der «Badischen Zeitung» zitiert.

Melanie Hostettler, Geschäftsführerin von Aqua Basilea in Pratteln, macht sich keine Sorgen wegen der Pläne des Europa-Parks: «Das belebt den Markt. Wir konzentrieren uns darauf, was wir besser machen können.» So sei der Bau von weiteren Rutschen Thema. Bereits heute bietet das Aqua Basilea im Bereich Wasserwelten sieben Rutschen und zwei Wildwasserbäche an. Mit jährlich 500 000 Besuchern geht es dem Bad gut. «Die Wiedereröffnung des Laguna haben wir nicht gespürt», sagt sie weiter.

Die Anlage in Weil am Rhein war umfassend saniert worden. Mit dem Badeparadies Schwarzwald in Titisee, dem Laguna und Aqua Basilea wäre der Wasserpark des Europa-Parks die vierte grosse Freizeitanlage in der erweiterten Region Basel, die Wasser in den Mittelpunkt stellt.