«Ja, ich will.» Die Basler SP-Grossrätin Tanja Soland möchte gerne die Nachfolge ihrer Parteikollegin Eva Herzog antreten. Die Finanzdirektorin hat am Montag angekündigt, dass sie Ende Januar 2020 als Regierungsrätin vorzeitig zurücktreten werde.

Im Oktober kandidiert Herzog als Nachfolgerin von SP-Ständerätin Anita Fetz. Bei dieser Wahl wird sie als klare Favoritin gehandelt. Gegen Herzog wird einerseits LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein antreten, andererseits SVP-Grossrätin Gianna Hablützel-Bürki. Zudem hatte Basta-Nationalrätin Sibel Arslan gegenüber der «Schweiz am Wochenende» erklärt, ebenfalls an einer Kandidatur interessiert zu sein.

Mit ihrer Rücktrittsankündigung versetzt Regierungsrätin Herzog das Kandidatenkarussell in Schwung. Klar scheint, dass die Basler SP bei der Ersatzwahl, die wohl parallel zu den nationalen Wahlen stattfinden wird, erneut mit einer Frau antreten will. In der Spitzenposition könnte Anwältin Soland stehen, die aus ihrem Interesse kein Geheimnis macht: «Wenn mich die Partei will, steige ich gerne für die SP in den Wahlkampf», sagt sie. Da sie neben dem Präsidium der Justiz- und Sicherheitskommission seit 2013 in der grossrätlichen Finanzkommission sitze, sei das Thema für sie auch nicht neu.

Andere mögliche Kandidatinnen aus den Reihen der SP zeigen sich da deutlich zurückhaltender oder gar ablehnend. «Ich bin mir nicht sicher», sagt etwa die frühere Fraktionschefin Beatriz Greuter. «Das Regierungsamt wäre sicher eine spannende Aufgabe.» Als Direktorin der Hirslanden Klinik habe sie aber schon einen spannenden Job.

Bereits erste Absagen

Grundsätzlich hätte auch Grossrätin Kerstin Wenk Interesse. Die Wahl komme für sie aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt, erklärt die Gewerkschafterin und Partei-Vizepräsidentin. «Immerhin bin ich Wahlkampfleiterin für die National- und Ständeratswahlen.»

Eine deutliche Absage erteilt die oft genannte Salome Hofer. Aus beruflichen und privaten Gründen sei eine Regierungskandidatur derzeit gar kein Thema, sagt die 33-Jährige. «Und dann freue ich mich auf mein Jahr als Grossratspräsidentin.»

Bei der Ersatzwahl in die Regierung wollen aber auch Basels Bürgerliche noch ein Wörtchen mitreden. «Wir werden der SP das Feld sicherlich nicht kampflos überlassen», sagt FDP-Präsident Luca Urgese. In einer gemeinsamen Mitteilung kündigen FDP, LDP und CVP an, mit einer gemeinsamen Kandidatur antreten zu wollen. «Wir hoffen auf eine möglichst breite bürgerliche Allianz – von SVP bis GLP», sagt Urgese.

So wollen die Bürgerlichen die entstehende Vakanz nutzen, «um eine neue Mehrheit im Basler Regierungsrat zu erreichen». Urgese: «Und dann wollen wir auch das Finanzdepartement übernehmen.»