Das Kirchgemeindehaus Oekolampad ist eines jener Gebäude, die schon seit längerem für Fremdvermietungen zur Diskussion standen, um Kosten zu senken und Einnahmen zu generieren. Bevor es aber soweit war, wurden in den letzten Monaten umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig.

Sanierung vor Vermietung

Das Kirchgemeindehaus wurde 1931 fertiggestellt. Einige Teile seien seit damals nie generalüberholt worden, so Stefan Maurer, Bauverantwortlicher beim Kirchenrat: «In den letzten 30 Jahren ist eigentlich gar nichts mehr gemacht worden, da nicht klar war, wie es mit dem Oekolampad weitergehen soll.»

Seit knapp einem Jahr ist es klar, das Bildungszentrum der Mission 21 nutzt die grossen Räume, in anderen Teilen des Gebäudes sind mittlerweile die Verwaltung der fusionierten Kirchgemeinde Grossbasel-West untergebracht. Dazu kämen einige Firmen aus dem Dienstleistungsbereich und eine Tanzschule, so Maurer.

Saniert worden sei vor allem die Kanalisation. Dazu seien Arbeiten gekommen, um das Gebäude rollstuhlgängig zu machen wie Rampen an den Türen oder die Neugestaltung der sanitären Anlagen. Dies war Teil der Vereinbarung mit den zukünftigen Mietern. «Viele haben darüber geredet, Böden einzuziehen, die gesamte Raumaufteilung komplett zu ändern, aber das geht gar nicht», erklärt der ehemalige Grossrat.

Massive Bauarbeiten waren nicht möglich

Das Gebäude steht in der Schutzzone und ist denkmalgeschützt. Grosse Eingriffe in die Bausubstanz waren also unmöglich. Als bekannt wurde, dass die reformierte Kirche einige Gebäude fremd vermieten wolle, hatten sich allerlei Interessenten gemeldet, und die Ideen sprudelten. ERK-Sprecher Roger Thiriet schränkt aber ein: «Wir vermieten keine Kirchen, nur die Kirchgemeindehäuser und auch die nicht an jeden.» Die Nutzung soll mit dem Image der Kirche vereinbar sein, oder ihr zumindest nicht schaden.

Der Predigtbetrieb im Gemeindehaus, das nach dem Basler Reformator Johannes Oekolampad benannt ist, wurde am 18. Dezember des letzten Jahres mit einem feierlichen Gottesdienst beendet.

Kirchenbetrieb war zu teuer

Der Betrieb als Kirche und die Besoldung eines eigenen Pfarrers lagen nicht mehr drin im schrumpfenden Budget der Evangelischen Kirche. Zudem waren die sonntäglichen Gottesdienste meist nur noch von wenigen Gläubigen besucht worden. Ein zu grosser Aufwand in einem Gebäude, das grossen Sanierungsbedarf hat und einen Gebäudeversicherungswert von 40 Millionen Franken aufweist. Dieser Wert führt zu entsprechend hohen Versicherungsprämien. Mit der Vermietung sollen nun die laufenden Kosten gedeckt werden.