In den letzten Monaten erlebten die Hanf-Lädeli in Basel eine unerwartete Auferstehung. Rund ein halbes Dutzend Shops mit dem Hanfblatt wurden in letzter Zeit eröffnet. Der Trick: In den Shops wird nur sogenannter Cannabidiol-Hanf – abgekürzt CBD-Hanf verkauft. Dieser Wirkstoff untersteht nicht dem Betäubungsmittelgesetz, weil es im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC) keine psychoaktive Wirkung ausübt. Allerdings wird CBD eine entspannende und beruhigende Wirkung nachgesagt.

Dieser «Hanf Light» hat nun EVP-Grossrätin Annemarie Pfeiffer auf den Plan gerufen. Die Parlamentarierin aus Riehen befürchtet, dass der CBD-Hanf als Einstiegsdroge für das berauschende Marihuana und weitere Drogen wirken kann. Ein weiteres Problem sei, dass man den CBD- von blossem Auge kaum vom illegalen Hanf unterscheiden kann.

«Die breite Einführung von Cannabis Light wird in der Praxis eine Unterscheidung von hochprozentigem Stoff und CBD-Hanf verunmöglichen», schreibt sie nun in einer Interpellation an die Regierung. So will die Parlamentarierin etwa wissen, wie die Polizei unterscheiden könne, ob ein Jugendlicher illegales Gras oder legalen CBD-Hanf raucht. Gleichzeitig fordert sie, dass die Prävention intensiviert wird.

Positive Drogentests

Um einen besseren Überblick zu bekommen, schlägt Pfeiffer vor, wie beim Alkohol Testkäufe zu lancieren. Damit könnte einerseits abgeklärt werden, ob die Shops Jugendlichen das CBD verkaufen. Andererseits wäre dabei auch zu untersuchen, ob unter der Theke auch hochprozentiges Cannabis vertickt würde. Zudem hat Pfeiffer den Verdacht, dass auch die Produzenten des CBD-Hanfs doppelspurig fahren könnten. Entsprechend will sie wissen, wie viele Indoor-Anlagen es im Kanton gibt und wie der Kanton sicherstellt, dass dort nur legaler Hanf wächst.

Tatsächlich sind die Behörden angesichts des CBD-Booms nicht untätig geblieben. Das Gesundheitsdepartement hat vor einem Monat Proben aus allen Shops und Lounges kontrolliert. Dabei wurden keine illegalen Substanzen gefunden. Bei keiner der Proben war der Grenzwert von einem Prozent THC überschritten. Gleichzeitig wies das Gesundheitsdepartement in seiner Medienmitteilung darauf hin, dass über die Langzeitauswirkungen des CBD-Konsums noch wenig bekannt ist.

Gerade Autofahrer müssten sich aber bewusst sein, dass auch CBD-Hanf die Fahrfähigkeit einschränken und bei Drogentests positiv angeben könne.