Egli, bis Ende vergangenen Jahres Verwaltungsrat der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) unterscheidet zwei Phasen: die Situation vor dem Ausbruch der Affäre im vergangenen Sommer und die Situation danach. Es könne Wessels nicht vorgeworfen werden, dass er die Missstände bei den BVB nicht bemerkt habe. Auch der Verwaltungsrat selbst habe wohl aus Gutgläubigkeit oder Naivität nicht realisiert, wie sich unter der Direktion von Jürg Baumgartner eine Kultur der Selbstbedienung breitgemacht habe.

Doch seit Juli 2013 seien die Vorwürfe bekannt. Alle Verwaltungsräte – ohne ihren Präsidenten Martin Gudenrath – hätten Wessels informiert. Dieser habe die Vorwürfe als «harmlos» abgetan. Bei einer Aussprache an einer Verwaltungsratssitzung habe sich Wessels klar auf die Seite von Präsident Gudenrath und Direktor Baumgartner gestellt.

Egli, der seit 2009 im BVB-Führungsgremium sass, war Sprecher der Verwaltungsräte, die sich gegen ihren Präsidenten und die Direktion stellte. Wie Gudenrath und der mittlerweile zum Präsidenten ernannte Paul Blumenthal war Egli von der Basler Regierung in den Verwaltungsrat delegiert. Bei den Erneuerungswahlen wurde er kalt abserviert.

Egli geht gemäss Informationen der „Schweiz am Sonntag“ mit seinen Ausführungen ein Risiko ein. Als Berater lebt er auch von Auftragen des Basler Baudepartements. Doch er müsse dies öffentlich machen, er wolle weiterhin «aufrecht gehen können», sagt er der „Schweiz am Sonntag“.