Regierungsrat

Ex-Fernsehmoderatorin mischt mit der GLP den Wahlkampf auf

Die 35-jährige Grossrätin Esther Keller soll für die GLP bei den Basler Regierungsratswahlen antreten.

Die 35-jährige Grossrätin Esther Keller soll für die GLP bei den Basler Regierungsratswahlen antreten.

Die Grünliberalen greifen Elisabeth Ackermanns Sitz an.

Grossrätin Esther Keller steigt für die Grünliberalen in die Basler Regierungswahlen. Die 35-Jährige setzte sich intern gegen den weitaus erfahreneren Parlamentskollegen David Wüest-Rudin durch.

Der Parteivorstand begründet Kellers Nomination unter anderem mit dem breiten Netzwerk und den Erfahrungen, welche sie mitbringe. Tatsächlich sieht ihr Lebenslauf schon beachtlich aus. Unter anderem war sie als Moderatorin für «Telebasel» tätig und arbeitete als Mediensprecherin für die Novartis. Seit 2015 ist sie selbstständig und engagiert sich ehrenamtlich – etwa als Co-Präsidentin des Volleyballclubs Sm’Aesch Pfeffingen. 

Keller liebäugelte schon länger mit einer Regierungskandidatur. Überraschend dürfte für viele sein, dass sie gleich auch als Kandidatin fürs Regierungspräsidium ins Rennen steigt. Keller sagt: «Ich glaube, ich wäre ein positive Botschafterin für Basel und würde dieses Amt mit Freude ausüben. Ich denke auch, dass ich dem Präsidialdepartement neue Impulse geben könnte.» Nur zwischen den Zeilen lässt sich Kritik an der jetzigen Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) erkennen, die bisher kaum Akzente gesetzt hat. Keller sagt lediglich: «Angedacht war das Amt als Querschnittsdepartement sowie als Departement, das Basel nach aussen repräsentiert.» Sie empfinde die Kandidatur aber nicht als Angriff auf Ackermann, deren Arbeit sie inhaltlich zu wenig beurteilen könne.

Die Chancen bezeichnet Keller als «intakt». «Ich staune, dass ich für meine Kandidatur schon jetzt Zustimmung von links bis rechts bekomme», sagt sie. In ihrem Unterstützungskomitee sind zudem mehrere Prominente, unter anderem der frühere FCB-Präsident Bernhard Heusler. Beidseits der politischen Mitte dürfte der GLP-Angriff nicht auf Begeisterung stossen. Gegenüber Rot-grün, das für die beiden frei werdenden Sitze mit zwei Männern antritt, hat die GLP nun den Frauenbonus. «Ein Faktor, der eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen wird», glaubt Keller. Und auf der bürgerlichen Seite, die ohnehin um die Sitze bangen muss, wird sich ebenfalls Nervosität einschleichen. Auf Schützenhilfe der Grünliberalen werden sie nicht zählen können. Diese werden aller Voraussicht nach keine Wahl-Allianz eingehen.

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