Schon im Februar schrieb die bz, das skandinavische Möbelgeschäft Jysk an der Clarastrasse solle bald schliessen. Damals hiess es noch vonseiten der Betreiber, man bleibe «standhaft». Jetzt aber ist es definitiv. Einer der letzten Läden mit einem Namen macht dicht. Karl Keller ist Verkaufsleiter von Jysk. Er sagt: «Die Kundenfrequenz an dieser Strasse ist massiv zurückgegangen.»

Damit reiht er sich ein in eine Serie, die kein Ende zu nehmen scheint. Seien es grosse Geschäfte wie der Kleiderladen B+A oder kleinere dafür bekanntere – wie der Sexshop Magic X – in den vergangenen Monaten hat sich der Wegzug der Clara-Läden verstärkt. Das hat wiederum einen direkten Einfluss auf die verbliebenen Shops: «Es hat kaum mehr attraktive Mieter in der Umgebung, die Kunden anziehen könnten», sagt Keller. Der Möbelladen hat seine beiden Lehrlinge bereits in den anderen beiden Jysk-Filialen in der Region unterbringen können. «Möglicherweise kommt es zu einer Entlassung, in den anderen Fällen finden wir eine Lösung», so Keller.

Die grösste Strasse im Kleinbasel hat schon seit Jahren Mühe, sich als Fortsetzung der Greifengasse zu etablieren. Die Lädelibesitzer schielen schon lange neidisch auf die Besucherströme im Abschnitt zwischen Brückenkopf und Claraplatz. Doch auch dort erwischt es einen prominenten Namen: Am Samstag schliesst der Conforama-Ableger Confodéco. Es ist noch nicht so lange her, dass das Dekorationsgeschäft den Möbel Pfister an diesem Standort beerbt hat: Am 16. Juli wären es zwei Jahre geworden.

«Die Miete ist zu hoch», sagt Caterina Parise, stellvertretende Filialleiterin. Sechs Angestellte zählt Confodéco. Gemäss Parise werden alle nun im Conforama in Pratteln weiter beschäftigt.

Hickhack um Claraturm

Neuigkeiten gibt es auch vom anderen Ende dieser langen Strasse. Dort schliesst die Pianobar. «Die Pianobar Basel wird liquidiert, da der auslaufende Mietvertrag der Pächterin Katalin Mulati nicht mehr verlängert wurde», schreibt Andreas Bernauer, früherer Wirt dieses Lokals. Er führt seit Jahren einen Kleinkrieg mit der Verwaltung. Mit allen Mitteln will er den geplanten und vom Basler Stimmvolk geforderten Claraturm verhindern. Für seine Einsprache ging er bis zum Bundesgericht, wo er allerdings abblitzte. Im Kantonsblatt von vergangener Woche tauchte dann plötzlich folgende Anzeige auf: «Riehenring, vor Liegenschaften Nr. 63–75: Bauplatzinstallation mit Kranbock inkl. Baumfällungen». Wird nun, etwa drei Jahre nach dem Ja, an der Urne der Bau in Angriff genommen? Mitnichten. «Wir haben das Baubegehren eingereicht, warten aber noch auf den Entscheid», heisst es bei der UBS, Bauherrin des geplanten 96-Meter-Turms. Daniel Hofer, Sprecher des Baudepartements bestätigt: «Bei der Publikation im Kantonsblatt handelt es sich um eine parallel eingereichte Bauinstallations-Begehren.»

Weitere Verzögerung möglich

Auch hiergegen kann Einspruch erhoben werden. «Die Frist läuft noch bis 2. August», sagt Hofer. Dann folgt die Beurteilung der Einsprachen. Im Fall eines Negativ-Entscheids ist wiederum ein Rekurs möglich. Und selbst dieser kann noch angefochten werden. Gut möglich, dass der Claraturm mit neuen Wohn- und Gewerbeflächen der Clarastrasse wieder zu mehr Leben verhelfen könnte. Dieser Zeitpunkt ist allerdings einmal mehr in die Ferne gerückt.