Bildung

Expats in Basel setzen auf staatliche Schule

Expats schicken ihre Kinder vermehrt in staatliche Schulen. (Symbolbild)

Expats schicken ihre Kinder vermehrt in staatliche Schulen. (Symbolbild)

Ausländische Arbeitskräfte von Roche, Novartis und Co. bleiben länger in Basel und schicken deshalb ihre Kinder vermehrt in öffentliche Schulen.

Im Kanton Basel-Stadt ist eine Trendwende zu verzeichnen: gut ausgebildete ausländische Arbeitnehmer der grossen Basler Firmen interessieren sich vermehrt für die öffentliche Schule. «Ein Grund ist sicher, dass diese Expats länger in der Schweiz bleiben», sagt Karen Dyson, Leiterin Schulberatung bei Connectiv.

Firmen wie Roche, Novartis, Syngenta gehören zu den Kunden von Connectiv. Die Unternehmung soll den Einstieg und die Integration von spezialisierten Arbeitskräften in der Region Basel vereinfachen. Früher waren kürzere Aufhalte der Expats der Grund, warum international ausgerichtete Privatschulen bevorzugt wurden. In den letzten Jahren habe sich dies aber geändert, bestätigt auch Simon Thiriet, Leiter Kommunikation beim Erziehungsdepartement Basel-Stadt. «Das Interesse steigt bei Firmen und den Arbeitnehmern», sagt Thiriet.

«Vor allem für Familien mit kleineren Kindern bringt die öffentliche Schule Vorteile», so Karen Dyson. So werde die Integration einfacher gestaltet und die Kinder würden Schweizerdeutsch und Hochdeutsch lernen. Im Hinblick auf eine Berufslehre oder ein universitäres Studium in der Schweiz ein Vorteil. Da Französisch an den gängigen Internationalen Schulen mit Ausrichtung auf den angelsächsischen Raum vernachlässigt wird, ist ein späterer Wechsel ins öffentliche Schulsystem, beispielsweise ans Gymnasium, meist nur schwer zu bewerkstelligen, wie Thiriet sagt. «In drei Jahren den Stoff für eine Französischmatur aufzuholen, ist schwierig.»

Basel sensibilisiert direkt

Ein weiterer Grund, warum Expats ihre Kinder vermehrt in öffentliche Schulen schicken, sieht Thiriet in finanziellen Belangen. So sei die Privatschulfinanzierung nicht mehr automatisch Bestandteil in den Verträgen der Expats. Der Kanton Basel-Stadt sei daran interessiert, dass Expats über das Schulsystem informiert sind, wenn sie ihre Kinder in die öffentlichen Schulen überweisen. So werde an speziellen Anlässen auf das Thema eingegangen, wie Thiriet sagt. Zudem werde direkt in den Firmen informiert.

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