Die Präsidentin der Staatlichen Schulsynode (SSS) richtete deutliche Worte an den Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann: «Ich wünschte Sie mir manchmal näher und fassbarer», sagte Gaby Hintermann vor 2391 versammelten Lehrerinnen und Lehrern in der vollen Halle 5 der Messe Basel. Im Namen der Lehrpersonen forderte sie ihn auf, seine Visionen, Prioritäten und Projekte klarer zu kommunizieren und noch stärker den direkten Austausch mit den Lehrpersonen zu suchen. «Seien Sie unser Patron.»

Christoph Eymann bedankte sich für die klare Sprache, gab aber zu bedenken: «Die Institution muss ihren Vorsteher überdauern.» Darum seien brüske Bewegungen schwierig. «Ich bin generell etwas zurückhaltend.» Er werde deutlichere Signale geben, wenn es für die Sache wichtig sei.

Behörden «beschönigen» Situation

Zuvor war Hintermann in ihrer Ansprache auf den laufenden Schulumbau eingegangen: Dadurch seien die Rahmenbedingungen für den Unterricht erschwert: «Es wäre vermessen zu behaupten, dass die Qualität des Unterrichts gleich bleibt, wenn es rundherum rüttelt und schüttelt», sagte sie. Im Zuge der Schulharmonisierung werden die Basler Schulbauten in rund 50 Projekten saniert, vier Schulhäuser werden neu gebaut. Das bedeutet teilweisen Betrieb in Provisorien. Hinzu kommen die Veränderungen auf der Ebene der Stundentafeln und die neue Zuweisung der Lehrpersonen an die Schulstandorte. Die obersten Behördenvertreter neigten dazu, die momentane Situation zu beschönigen. Für die einzelnen Lehrpersonen sei die Strukturreform auch persönlich eine grosse Herausforderung.

Probleme sind bekannt

Die Reform verlange den Lehrpersonen viel ab, räumte Eymann ein. Und: «Ja, es passieren uns Fehler», sagte er, bezogen auf die Verspätung beim Neubau des Schulhaus Sandgruben. Und es gebe auch teilweise Probleme bei der Zuteilung von Lehrkräften auf die Standorte.

Neben der Schulreform sprach Eymann ein weiteres heisses Eisen an: die integrative Schule. «Es besteht nicht die Absicht, alle Kinder in Regelklassen zu integrieren.» Er wolle untersuchen lassen, wie sich die Integration auf Schülerschaft und Lehrerschaft auswirkt und «ob wir auf dem richtigen Weg sind oder korrigieren müssen.» Die Ankündigung versteht er nicht als Eingeständnis, dass die Integration nicht optimal laufe: «Niemand kann uns sagen, wie die Integration bei uns in Basel funktioniert», sagte Eymann auf Nachfrage. Je nach Zusammensetzung der Klasse könnte dies unterschiedlich sein. Die Untersuchung signalisiere die Bereitschaft, die Situation allenfalls zu überdenken.