Europa League
Fabian Schär: «Dafür lade ich Yann zu einem Bier ein»

Mit seinem Tor zum 1:0 hat Fabian Schär den Basler Torfluch gegen Lissabon gebrochen – es war im sechsten Anlauf der erste FCB-Treffer gegen die Portugiesen. Nach dem Spiel galt Schärs Dank aber auch Torhüter Yann Sommer.

Sebastian Wendel
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Fabian Schär gegen Nati-Spieler Gelson Fernandes, der für Sporting spielt.

Fabian Schär gegen Nati-Spieler Gelson Fernandes, der für Sporting spielt.

Keystone

Es lief am gestrigen Abend alles für den FC Basel. Am Deutlichsten zeigt das die Szene, in der Fabian Schär den Ball unbedrängt in die Füsse von Lissabons van Wolfswinkel spielt, dieser alleine auf Yann Sommer loszieht, aber am grandios reagierenden Goalie scheitert. «Dafür lade ich Yann sicher mal zu einem Bierchen ein», sagte Schär. Die Szene zeige aber auch, wie gefestigt die Mannschaft sei. «Jeder geht für jeden, das ist die Basis in der momentan guten Phase.»

Eine Viertelstunde zuvor, in der 23. Minute, hatte Innenverteidiger Schär mit seinem 1:0 den Torfluch gegen die Portugiesen gebrochen. In den fünf Duellen bis zum gestrigen Abend holte der FCB nur ein Unentschieden und blieb stets ohne Treffer. «Ehrlich gesagt habe ich keine Sekunde an diese Tatsache gedacht. In diesem Moment war einfach wichtig, dass wir in Führung gegangen sind», sagte der Wiler.

Auch das 2:0 durch Valentin Stocker fiel zum psychologisch besten Zeitpunkt. Nach der gelb-roten Karte gegen Cabral hatte Lissabon einige Minuten Oberwasser, mitten in der Sturmphase aber musste es den entscheidenden Rückschlag einstecken. «Der Platzverweis hat uns kurz durcheinander gebracht. Wir mussten zuerst einmal die Defensive stärken. Dass dann in der ersten Szene gleich das Tor kommt, hat uns in die Karten gespielt», sagte Valentin Stocker, der Torschütze und gestern beste Basler auf dem Platz.

Yakins Erkenntnis

Assistiert wurde Stocker beim 2:0 vom eingewechselten Salah, der vier Minuten später auch die Vorlage zum 3:0 durch David Degen gab. Vor allem vor dem dritten Tor lieferte der Ägypter den Beweis, dass man auf den Schweizer Fussballplätzen lange suchen muss, um einen schnelleren Spieler als den 20-Jährigen zu finden. Salah selber verzichtet wegen seiner mangelnden Englischkenntnisse noch auf Interviews, dafür sprach Teamkollege Schär über ihn. «Für uns ist er in Phasen, in denen wir kontern können, Gold wert. Man kann den Ball nach vorne schlagen, irgendwie erläuft er ihn immer.»

Mit der Einwechslung von Mohamed Salah hat FCB-Trainer Murat Yakin nicht zum ersten Mal bewiesen, auf neue Umstände – gestern war es der Platzverweis von Cabral – blitzschnell und richtig reagieren zu können. Einen kleinen Flecken hat das Reinheft von Yakin im Vorfeld der Partie erlitten. Da entschied er sich, anstelle des gesperrten Marco Streller Alex Frei als alleinige Sturmspitze aufzustellen. Frei jedoch blieb während seines 66-minütigen Einsatzes blass, die Rolle des Alleinunterhalters behagt ihm eindeutig nicht.

Yakin dürfte erkannt haben, dass er sich beim nächsten Ausfall von Streller anders entscheiden muss. So gesehen hatte auch diese Entscheidung etwas Positives. So wie fast alles am gestrigen Abend.