Meisterrennen
Fabian Schär wird für seine Tätlichkeit wohl eine Sperre erhalten

Nach dem späten Siegtreffer der Grasshoppers am Sonntag verlor FCB-Verteidiger Fabian Schär die Nerven und stiess GC-Spieler Gashi um. Der Schiedsrichter bemerkte die Tätlichkeit nicht. Schär gibt seinen Fehler zu und wird nun wohl nachträglich gesperrt.

Sebastian Wendel
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Fabian Schär hat seine Tätlichkeit zugegeben - nun muss er mit einer Sperre rechnen.

Fabian Schär hat seine Tätlichkeit zugegeben - nun muss er mit einer Sperre rechnen.

Keystone

Die Szene hat ihm keine Ruhe gelassen. «Ich habe in der Nacht praktisch kein Auge zugetan», sagt Fabian Schär. Zu aufgewühlt war er nach dem unschönen Rencontre mit GC-Spieler Shkelzen Gashi.

Am Sonntag hat der Schiedsrichter das Spitzenspiel zwischen GC und Basel nach dem späten 1:0 durch Anatole soeben wieder angepfiffen, als Schär nahe der Mittellinie Gashi mit einem harten Stoss gegen die Brust zu Boden wirft. Ganz klar, das war eine Tätlichkeit des 21-Jährigen. Für die sich Schär am Tag danach entschuldigt. Und sich vor einer kleinen Medienrunde erklärt.

Er sei, so Schär, nicht der Typ, der sich zu Unsportlichkeiten hinreissen lasse. «Aber das Gegentor kurz vor Schluss, die Niederlage eine Woche zuvor im Cupfinal – das war zu viel für mich. Damit konnte ich in jenem Moment nicht umgehen.» Zudem sei er vor seinem Ausraster von Gashi verbal und körperlich provoziert worden. «Es hat ein Foul gegeben, das nicht geahndet wurde. Dann gab es ein Gerangel und ein Schlag von ihm an meinen Kopf, erst dann habe ich ihn umgestossen.» Dies soll keine Ausrede sein, aber helfen, sein Handeln zu verstehen.

Schär muss wohl auf die Tribüne

Am Sonntag ist Schär ungestraft geblieben. Schiedsrichter Kever hat die Aktion nicht gesehen, entsprechend taucht sie auch nicht im Spielrapport auf. Weil somit kein Tatsachentscheid vorliegt, hat Urs Studer, der Einzelrichter der Swiss Football League, gestern ein Verfahren gegen den Innenverteidiger eingeleitet. Es ist mit einem schnellen Entscheid zu rechnen, da der FCB bereits morgen in Bern bei den Young Boys antritt. Schär wird im Stade de Suisse wohl nur auf der Tribüne sitzen – alles andere als eine Sperre wäre eine Überraschung.

Was die Kameras am Sonntag nicht erfassten, war, wie Schär nach dem Schlusspfiff wütend durch die Interviewzone lief und dabei «alles Missgeburten» rief. «Damit habe ich wahrscheinlich die ganze Welt und am meisten mich selbst gemeint – auf keinen Fall waren die Worte gegen eine bestimmte Person gerichtet.» Zwei Minuten zuvor habe der FCB eine Hand am Pokal gehabt, dann sei alles anders gekommen. Ein Gefühl, dass man nicht beschreiben könne. «Die Woche war unglaublich bitter. So etwas habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt.»

«Es tut mir leid für die Fans»

Bislang zeigte Schärs Entwicklung steil nach oben. Vor einem Jahr noch bei Wil in der Challenge League, ist er seit der Ablösung von Heiko Vogel durch Murat Yakin unbestrittener Stammspieler beim FCB. Am Rheinknie lernte er bis zuletzt nur die helle Seite des Erfolgs kennen, nun musste er in der vergangenen Woche zwei Mal untendurch. Zu viel auf einmal für Schär. «Es tut mir auch leid für die Fans, weil sie nun einen Eindruck von mir haben, der mir nicht entspricht.»

Auch der FCB nahm in Person von Präsident Bernhard Heusler Stellung zu den Vorfällen um Schär. «(...) Fabian Schär ist ein noch junger Spieler, der erstmals bei einem Club spielt, der unter überdurchschnittlicher Beobachtung ist. So gesehen kann ich verstehen, dass ein Spieler nach einer derart unglücklichen Niederlage (...) die Nerven verliert (...). Aber wir können ein solches Tun als FC Basel absolut nicht gutheissen und werden intern entsprechende Massnahmen ergreifen (...).»