Knapp tausend Basler haben sich auf Facebook in der Gruppe «Basel hilft mit» zusammengetan, um notleidenden Menschen zu helfen. Ihre neuste Tat: Sie trafen sich gestern im Kannenfeldpark, um Sachspenden zu sammeln und in Autos zu verladen. In erster Linie geht es um Kleider, Schuhe, Kinderbücher oder Kuscheltiere. Die Waren bringen die Helfer heute mit mehreren Autos nach Arlesheim.

Damit wird die dortige Pfarrei St. Odilia unterstützt, die noch bis 12. September Hilfsgüter sammelt, um sie im syrischen Homs zu verteilen (die bz berichtete). Der Transport geschieht bis Hamburg mit dem Zug und von dort mit dem Schiff in die syrische Hafenstadt Latakia. Dort angekommen, werden die Güter auf Lastwagen geladen.

Den internationalen Transport organisiert Hanna Ghoneim, ein syrischer Pfarrer in Wien, der schon sechsmal Container voller Hilfsgüter ins kriegsgeplagte Syrien gebracht hat.

Man kann noch Sachen spenden

Die Pfarrei wird in ihrem Projekt auch finanziell unterstützt. Denn der Transport mit all seinen Nebenkosten wie zum Beispiel Verpackungsmaterial und Zollabfertigungen kostet 11 000 Franken. Bisher haben Privatpersonen und Firmen 8000 Franken gespendet. Die katholische Kirchgemeinde Arlesheim übernimmt den Rest.

Neben Kleidung und nützlichem Spielzeug wird die Pfarrei auch Saatgut und Haushaltsgeräte nach Syrien verschiffen. Matratzen werden ebenfalls gesammelt. Nicht aber Lebensmittel: «Hanna Ghoneim hat uns gesagt, dass Grundnahrungsmittel in Syrien mehr oder weniger gewährleistet sind», sagt der Arlesheimer Pfarrer Daniel Fischler. Auch auf medizinische Hilfe wird verzichtet, da die Lieferung von Medikamenten mit zusätzlichen komplizierten Auflagen verbunden ist.

Zurück zur Facebook-Gruppe: «Basel hilft mit» unterstützt nicht nur die Sammlung der Arlesheimer Pfarrei. «Unsere Spenden gehen an Flüchtlinge aus aller Welt, seien sie hilfebedürftig in ihrem Heimatland, auf der Flucht oder bereits in einem Aufnahmezentrum», sagt Dina Lasha, eine der Verantwortlichen der Facebook-Gruppe.

«Aus dem Boden gestampft»

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von «Basel hilft mit» mit zwei Autos voller Kleiderspenden, mit denen eine Asylbewerber-Unterkunft im deutschen Efringen-Kirchen beliefert wurde. Die Verantwortlichen bemerkten, dass viele Leute mithelfen wollten, und gründeten die Facebook-Gruppe. «Von heute auf morgen wurde dann die ganze Organisation aus dem Boden gestampft», so Lasha.

Von der grossen Hilfsbereitschaft sind die Organisatorinnen positiv überrascht. Die Gruppe ist so schnell gewachsen, dass die nötigen Strukturen am Anfang noch nicht bereitstanden. Ein Verein mit eigenem Spendenkonto soll noch gegründet werden. Auch eine Website ist geplant. Dort will die Gruppe auf einem Blog laufend über ihre Aktionen informieren.

Die Arbeitsverantwortung ist bereits aufgeteilt, an eine Sammelgruppe, eine Fahrergruppe, eine Depotgruppe und eine Verteilergruppe. Diese fragt zum Beispiel Asylzentren an, ob sie Verwendung für Hilfsgüter haben – und zwar bevor die Sammelaktionen stattfinden. Denn «Basel hilft mit» legt Wert darauf, dass ihre Sammelaktionen nicht planlos verlaufen, dass nicht auf Vorrat gesammelt wird: «Gerümpel kann man uns nicht bringen, wir wollen keine Abfallberge anhäufen», erklärt Lasha.

Expats spenden vor allem Geld

«Basel hilft mit» hat auch schon Kochtöpfe, Besteck und Fahrräder gesammelt. Was genau gesammelt wird, hängt immer davon ab, für wen die Lieferung bestimmt ist. Auch Geldspenden nimmt die Gruppe an. Diese kommen insbesondere von Expats. «Expats sind oft selbst noch nicht lange hier und haben daher kaum Sachen übrig, die sie spenden könnten», erklärt Dina Lasha.