Lebt man effektiv besser, wenn man Lebensmittel wegwirft? Ist es nötig, einen eigenen Entsafter zu haben – oder versperrt dieser vor allem knappen Platz im Küchenschrank? Und ist man zufrieden mit dem Spritverbrauch des Wagens? Oder ganz allgemein gefragt: Ist unser hoher Ressourcenverbrauch wirklich erforderlich für unsere Lebensqualität? Der Verein Sun21 schreibt einen Wettbewerb aus für Projekte aus der trinationalen Region Basel, die den Ressourcenverbrauch senken und Wirtschaft und Lebensstil in Richtung der 2000-Watt-Gesellschaft entwickeln. Eingabeschluss für diesen «Faktor-5-Preis» ist der 13. April.

Das Preissausschreiben bezieht sich auf die These von Ernst Ulrich von Weizsäcker, dass es möglich sei, die Umwelt bei gleichbleibender Lebensqualität gegenüber dem heutigen Zustand nur einen Fünftel so stark zu belasten. Dabei muss es nicht zwingend um technische Lösungen gehen – im Gegenteil: 2014 erhielt das Projekt Foodsharing den Publikums-Preis, das dazu aufruft, Lebensmittel weiter zu geben anstatt sie wegzuwerfen. Und der Jury-Preis ging an ein Projekt, das an der Uni Basel einen Ring einrichten will, in dem sich die Teilnehmer Verschiedenes gegenseitig ausleihen.

«Es geht um Effizienz und um Suffizienz», berichtet Petra Hirsig-Geier, Geschäftsführerin von Sun21. «Aber auch der soziale Aspekt ist wichtig.» Dieser kommt beispielsweise ins Spiel, wenn man sich im Quartier regelmässig trifft, um Geräte zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Hirsig-Geier betont jedoch, eine Idee alleine reiche nicht: «Das Projekt sollte bereits zumindest den Praxistest bestanden haben.» Der Preis – es geht um zweimal 5000 Franken –, soll nämlich nicht zuletzt dazu dienen, Menschen ausserhalb der Projektgruppe zu motivieren, die gute Idee zu übernehmen.

Die eingereichten Projekte bewertet der zehnköpfige Vorstand von Sun21 nach einem Punktsystem im April. Maximal sechs Finalisten werden Anfang Mai auf der Website von Sun21 vorgestellt und das Publikum kann für seine Favoriten die Stimme abgeben. Die Gewinner des Publikums- und des Jury-preises werden dann am 11. Juni am Faktor-5-Festival bekannt gegeben.