Basel
Fall Conti: Finanzkontrolle nimmt nun auch Chefbeamte ins Visier

Nach der Honorar-Affäre Conti nimmt die Finanzkontrolle nun die Einkünfte aller Regierungsräte unter die Lupe. Doch nicht nur das: Das Aufsichts-Gremium wird auch die Einkünfte der Spitzenbeamten in der Verwaltung durchleuchten.

Christian Mensch
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Überraschendes Ende einer Vorzeigekarriere: Carlo Conti.

Überraschendes Ende einer Vorzeigekarriere: Carlo Conti.

Keystone

Der Basler Gesundheitsdirektor Carlo Conti (CVP) hat diese Woche seine Sünden gebeichtet, 111 000 Franken zu viel bezogen zu haben. Er demissioniert per Mitte Jahr. Seine Regierungskollegen, so sagte Conti, hätten sich nichts vorzuwerfen. Dieser schnelle Freispruch, so heisst es, sei in der Regierung nicht abgesprochen gewesen. Umso problematischer würde, wenn beim einen oder anderen Magistraten noch Unregelmässigkeiten zum Vorschein kommen würden. Die Regierung hat die Finanzkontrolle beauftragt, die Nebeneinkünfte zu prüfen.

Recherchen zeigen, dass die Finanzkontrolle nicht nur die Einkünfte der Regierungsräte unter die Lupe nehmen wird, sondern auch jene der Spitzenbeamten in der Verwaltung. Mit Verweis auf eine solche Untersuchung verweigerte das Präsidialdepartement Antworten auf die Frage der «Schweiz am Sonntag», wie etwa der Vortragsredner und Berater Thomas Kessler, im Haupterwerb Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung, seine Nebeneinkünfte verrechne. (rsn)