Plattentaufe

Falsches Gold, echtes Herzblut – «Fool’s Gold» wird getauft

Seit den 1980er-Jahren mischen die vier gestandenen Rocker in der Basler Musikszene mit.

Seit den 1980er-Jahren mischen die vier gestandenen Rocker in der Basler Musikszene mit.

Die Band Wilde tauft heute ihre dritte Platte «Fool’s Gold» – zu Deutsch «falsches Gold» – im Basler Kulturlokal Atlantis.

Matthias Wilde ist der Sänger und Gitarrist der Basler Band Wilde und spielt seinen rockigen «Powerpop» mit vollem Herzblut. Die vier Musiker rocken seit rund zehn Jahren zusammen die Bühne. «Fool’s Gold» ist bereits die dritte CD, die sie in dieser Besetzung veröffentlichen. Heute findet die Plattentaufe im Kulturlokal Atlantis statt. Wilde spricht mit der bz über die intensiven Stunden im Studio, menschliche Illusionen und die Bedeutung des goldenen Gehirns auf dem Albumcover.

Rund ein Jahr lang haben Sie geprobt, perfektioniert und eingespielt. Nun ist die neue Platte da. Wie haben Sie sich in dieser Zeit musikalisch weiterentwickelt?

Matthias Wilde: Wir wollten weniger verspielte Songs aufnehmen als beim vorherigen Album. Mehr Gitarre, mehr Rock, mehr Power. Bei den vergangenen Konzerten stand ich jeweils noch mit Keyboard auf der Bühne, jetzt konzentriere ich mich auf die E-Gitarre. Einerseits macht das den Sound gitarrenlastiger, andererseits ermöglicht es mir eine viel stärkere Präsenz auf der Bühne. Trotz des Wandels zum Rockigen ist es uns aber wichtig, die typischen Popelemente nicht zu vernachlässigen: eingängige Melodien und Texte, eine Hookline im Refrain.

Ihre neue Platte heisst «Fool’s Gold», also falsches Gold. Dazu befindet sich ein goldenes Hirn auf dem Albumcover. Wie ist das zu deuten?

Das falsche Gold ist eine Metapher für die falschen Reize, denen die Menschen heutzutage nachrennen. So viele Leute suchen nach Dingen, die sie nicht brauchen, die es nicht gibt – Illusionen halt. Und weil diese im Gehirn entstehen, haben wir uns für dieses Artwork entschieden. Das glänzende Gold soll auch die Verblendung darstellen, der wir heute ausgeliefert sind. Ob Netflix- oder Handysucht – schlussendlich blenden uns all jene Medien.

Eine Gesellschaftskritik also. Behandeln alle Songs auf der CD diese Themen?

Nein. Der Titelsong «Fool’s Gold» entstand aus einer viel zu langen Komposition. Weil es zu schade um die gestrichenen Teile war, machten wir drei Songs daraus. Nun umrahmen diese thematisch das Album. Andere Songs erzählen aber auch von anderen Geschichten. «You belong to yesterday» beispielsweise handelt vom Throwback auf eine Jugendsünde. Es beschreibt den Moment, in dem ich plötzlich ohne offensichtlichen Auslöser in ein LSD-Erlebnis der 70er Jahre zurückgeworfen wurde.

Sie arbeiteten fast zwanzig Jahre lang als Musikredaktor und Produzent bei DRS. Hat Sie diese Erfahrung musikalisch beeinflusst?

Ob sie einen Einfluss auf mein musikalisches Schaffen hat, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall haben mich die Jahre beim Radio aber persönlich bereichert. Im Studio in Basel war jedem Mitarbeiter ein Genre als Spezialgebiet zugeteilt. Im Austausch mit meinen Mitarbeitern lernte ich neue Künstler und Musikstile kennen, die mir heute noch gefallen.

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