Basler Familien wünschen sich billigeren Wohnraum und eine flexiblere Kinderbetreuung. Das sind die Resultate einer im Frühjahr 2017 vom Statistischen Amt durchgeführten Familienbefragung im Kanton Basel-Stadt. Zwar ist die Zufriedenheit mit 90 Prozent mit dem eigenen Zuhause sehr hoch, doch steht grosser und preisgünstiger Wohnraum auf der Wunschliste vieler Familien ganz oben. Auch wünschen sich immer mehr Familien Wohneigentum. Entgegen dem Trend zur Verdichtung haben die Familien im Vergleich zur Umfrage 2013 mehr Platz zum Wohnen zur Verfügung.

Dass rund die Hälfte der Familien an einer Strasse mit Tempo 30 wohnt, wertet Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) als Erfolg der vom Kanton in Angriff genommenen verkehrsberuhigenden Massnahmen. Trotzdem stellt der Verkehr für viele Familien eine Einschränkung dar. Einerseits ist er mit 55 Prozent Nennungen nach wie vor das prominenteste Argument, weshalb Vorschulkinder unter sechs Jahren Spielmöglichkeiten im nahen Umfeld nicht nutzen können. Andererseits schneiden sowohl die Verkehrssituation für Kinder, als auch die Verkehrsbelastung insgesamt mit je 40 Prozent negativer Voten bei den Fragen zur Zufriedenheit im Quartier eher schlecht ab.

Problem Kleinbasel

Bei den allgemein geäusserten Wünschen steht die Fremdbetreuung der Kinder an erster Stelle. Diese soll kostengünstiger, flexibler und ganz allgemein ausgebaut werden. Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) hat das Verbesserungspotenzial erkannt. Die Angebote der Fremdbetreuung sollen flexibler und in den Quartieren zugänglicher werden. Das System soll grundsätzlich vereinfacht werden, damit Eltern mehr Wahlfreiheit haben. Dafür soll gemäss Cramer das neue Tagesbetreuungsgesetz mit jährlichen Mehrausgaben von zwei Millionen Franken sorgen. Weiter stellt der Kanton an drei Standorten ein Betreuungsangebot während den Ferien zur Verfügung.

Die Familienbefragung zeichnet gesamthaft ein äusserst positives Bild. Bei der Analyse muss festgehalten werden, dass der Grossteil der an der Befragung teilgenommenen Familien finanziell mittel bis gut dasteht. Umso bemerkenswerter sind die Wünsche nach stärkerer finanzieller Unterstützung beim Wohnen, der Kinderbetreuung, den Krankenkassenprämien und Steuern. Sorgen bereitet derweil das Kleinbasel, aus dem zwar weniger Familien an der Befragung teilgenommen haben, die Zufriedenheit mit dem Quartier aber tiefer ausfällt als im Grossbasel. Nur gerade 51 Prozent der Familien fühlen sich im Kleinbasel wohl.