Bundesgericht

Familiendelikt im 2012: Freiheitsstrafe von 20 Jahren für Mord bestätigt

(Symbolbild)

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Das Bundesgericht hat die Verurteilung eines Mannes zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren wegen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes bestätigt. Der heute 34-Jährige erschoss 2012 in Basel seinen Schwiegervater und verletzte seine Ehefrau und Schwiegermutter schwer.

Das Familiendrama hat sich am 9. Dezember 2012 zugetragen. Kurz vor Mittag suchte der Angeklagte seine getrennt von ihm lebende Ehefrau in der ehelichen Wohnung an der Felsplattenstrasse in Basel auf. Er wollte das Besuchsrecht gegenüber seiner kleinen Tochter wahrnehmen. In der Wohnung hielten sich neben seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter auch die Schwiegereltern sowie die Grossmutter der Ehefrau auf.

Der Familienvater trug eine mit 15 Patronen geladene Pistole auf sich. In einer Handtasche hatte er weitere 35 Patronen. Er brachte seine Tochter zur Grossmutter ins Schlafzimmer. Zurück im Wohnzimmer feuerte er unvermittelt mehrere Schüsse auf seine Ehefrau und seine Schwiegereltern ab. Der Schwiegervater erlitt Verletzungen in der Brust, der Bauchhöhle und den Beinen und verstarb durch inneres Verbluten noch am Tatort. Die Ehefrau des Schützen und die Schwiegermutter mussten mit mehreren schweren Verletzungen am Ober- und Unterschenkel ins Spital verbracht werden. Das Strafgericht Basel-Stadt hatte den Mann wegen Mordes, versuchten Mordes und weiterer Delikte zur Höchststrafe – zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe – verurteilt. Das Appellationsgericht bestätigte dieses Urteil im Schuldpunkt, verurteilte den Täter jedoch «nur» zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren.

Dieses Urteil hat nun das Bundesgericht in einem umfangreichen Urteil bestätigt. Nebst formellen Fehlern warf der Täter dem Appellationsgericht auch vor, den Sachverhalt falsch festgestellt und willkürlich geurteilt zu haben. So machte der Türke geltend, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine vom späteren Todesopfer ausgehende verbale Provokation zur Tatzeit ausgeschlossen worden sei, zumal Nachbarn von einem Streit berichtet hätten. Zudem sei es unhaltbar, dass die Basler Justiz nicht zu seinen Gunsten angenommen habe, es habe zwischen ihm und dem Schwiegervater ein Gerangel stattgefunden, in dessen Verlauf sich versehentlich der tödliche Schuss gelöst habe. Er sei deshalb nur wegen eventualvorsätzlicher oder gar fahrlässiger Tötung zu verurteilen.

Das Bundesgericht hat diese Einwände als unbegründet abgewiesen, von Willkür kann keine Rede sein. Das Appellationsgericht war davon ausgegangen, dass ein Übergriff des Schwiegervaters auf den Täter zum Zeitpunkt der tödlichen Schussabgabe abwegig erscheint.

Im fraglichen Zeitpunkt hatte der Täter laut den Ermittlungen bereits drei Schüsse in die Fuss- und Beinregion des Seniors abgegeben. Die Verurteilung wegen Mordes für die Tat ist deshalb auch nach Meinung des Bundesgerichts gerechtfertigt. Bestätigt hat das Bundesgericht auch die Strafzumessung. Ausgehend von einer Einsatzstrafe von 17 Jahren für den Mord ist der Täter unter Berücksichtigung der übrigen Taten, dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen zu Recht zu 20 Jahren verurteilt worden.

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