St.Gallen
Fans des FC Basel wehren sich gegen Festnahmen

Das Spiel des FCB in der AFG-Arena ging einmal mehr nicht friedlich über die Bühne. Zwar seien die rund 600 Fans laut Benjamin Lütolf, Sprecher der St. Galler Stadtpolizei, «lautstark, aber gesittet» zum Stadion marschiert. Doch nach wenigen Minuten eskalierte die Situation im Eingangsbereich des Gästesektors.

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Szene aus dem Fussballspiel zwischen dem FC Basel und St. Gallen

Szene aus dem Fussballspiel zwischen dem FC Basel und St. Gallen

Keystone

Bei den Eingangskontrollen hatte das Sicherheitspersonal unter der Kleidung eines Fans pyrotechnisches Material gefunden. Der Fan wurde festgenommen. «Wohl um die festgenommene Person zu schützen, vermummten sich die Basler Anhänger und griffen die Sicherheitskräfte an», sagt Lütolf. Diese reagierten mit massivem Einsatz von Pfefferspray und Tränengas.

Zwei weitere Fans wurden wegen Tätlichkeiten gegen das Sicherheitspersonal festgenommen, einer wegen Vermummung. Während der Ausschreitungen ging eine Glasscheibe im Gästesektor zu Bruch. «Zudem zerstörten die Fans eine WC-Anlage und montierten Klappstühle ab», sagt Lütolf. Über die Höhe des Sachschadens liegen noch keine Zahlen vor, verletzt wurde niemand.

«Eskalation ist unausweichlich»

Das Verhalten der Fans sei «in keiner Weise legitimierbar», sagt Thomas Gander, Co-Leiter der Fanarbeit Basel. Der Fan, der Pyro-Material ins Stadion nehmen will, verstosse gegen das heutige Gesetz. In St. Gallen poche die Justiz mit aller Härte auf der Null-Toleranz, was Pyros angeht. «Beide Seiten wollen nicht zurückweichen. So ist eine Eskalation unausweichlich», sagt Gander. Schon 2010 und 2011 kam es an FCB-Spielen in St.Gallen zu Ausschreitungen.

Er stellt die Frage nach der Verhältnismässigkeit: «Wieso hinterfragt man den rigorosen Einsatz und die damit verbundenen Kosten im Vergleich zum Ergebnis nicht einmal?» Pyros würden als Gewalt taxiert und dementsprechend verfolgt, obwohl es in den letzten Jahren «keine gravierenden Verletzungen gab». Die Ausschreitungen, die während der Eingangskontrollen ausbrechen würden, seien jedoch gefährlicher, verringerten die Sicherheit und zementierten Feindbilder, sagt Gander. «Und meist kommen dann doch Pyros ins Stadion.» (nbo)