Blaggedde-Vernissage
Fasnacht ad absurdum: Vermummungsverbot für Tierschützer

Aktivisten wollten an der Blaggedde-Vernissage für ein Pferdeverbot an der Fasnacht demonstrieren. Sie durften, aber nur ohne Larve.

Samuel Hufschmid
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Am Boden legal, auf dem Kopf nicht.

Am Boden legal, auf dem Kopf nicht.

Samuel Hufschmid

Etwas trostlos lagen sie gestern da, auf dem Trottoir vis-à-vis des Volkshauses, die beiden Pferde-Larven der Tierschutzorganisation «Gnadenhof Papillon». Eigentlich hätten sie – zur Fasnacht passend – die Köpfe von zwei als Pferde verkleideten Aktivisten zieren sollen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Pferde nicht an der Fasnacht eingesetzt werden sollten. Kampagnenleiter Olivier Bieli schreibt: «Leider dürfen wir nicht, wie angekündigt, als Pferde verkleidet vor Ort auf unsere Kampagne aufmerksam machen, da dies gegen das Vermummungsverbot verstossen würde.»

Ein Vermummungsverbot für eine fasnächtliche Veranstaltung? Das macht stutzig, die genauen Umstände liessen sich jedoch gestern nicht klären. Weder am Infostand: Bieli konnte weder sagen, wer dieses Verbot ausgesprochen haben soll, noch ein schriftliches Dokument dafür vorlegen. Aber auch die Allmendverwaltung und das Justiz- und Sicherheitsdepartement weiss auf Anfrage nichts von einem solchen Verbot.

Zum Glück gibts Ausnahmen

Sicher ist einzig, dass das Vermummungsverbot im Übertretungsstrafgesetz unter Artikel 40, Absatz 4 festgehalten ist und besagt, dass es «nicht zulässig ist, sich bei bewilligungspflichtigen Versammlungen, Demonstrationen und sonstigen Menschenansammlungen unkenntlich zu machen». Und, als Zusatz: dass Ausnahmen bewilligt werden können. Zum Glück, denn sonst wäre selbst die Fasnacht gemäss Vermummungsverbot illegal.

Hier demonstrierten die Tierrechtsaktivisten gegen den Einsatz von Pferden an der Basler Fasnacht.

Hier demonstrierten die Tierrechtsaktivisten gegen den Einsatz von Pferden an der Basler Fasnacht.

Samuel Hufschmid