Scala

Fasnachtkiechli wagt belustigende Seitenhiebe gegen die Basler Polizei

«Almi hat bereits im Spätsommer mit dem Steppunterricht bei Angelo Borer begonnen», sagte Salvi nach der Premiere am Mittwochabend.

«Almi hat bereits im Spätsommer mit dem Steppunterricht bei Angelo Borer begonnen», sagte Salvi nach der Premiere am Mittwochabend.

Bei der neunten Ausgabe der Fasnachtsveranstaltung sorgen verschiedene Bühnenbilder für Abwechslung. Was die beiden Bühnenhelfer ordentlich ins Schwitzen bringt, beschert den Zuschauern viele lustige Szenen aus Basel und Umgebung.

Die Mittlere Brücke, ein Krankenzimmer, die Langen Erlen und eine Basler Beiz. Bei der diesjährigen Ausgabe des Fasnachtskiechli im Kleintheater Scala gibt es nicht nur ein Bühnenbild, sondern gleich acht. «Vorwäärts, Marsch», wird hinter der Bühne geschrien. Hinter einem Bühnenbild, das aus mehreren Teilen besteht, marschiert eine Gruppe von Pfeifern hervor – Salvi an der Front, Almi zuhinterst. Eine Probe in der Langen Erlen wird vorgeführt. «Es dönt völlig verschisse», sagt Salvi und das Publikum kann sein Gelächter nach nur wenigen Minuten nicht halten.

Das Fasnachtskiechli ist in zwei Teile aufgeteilt. In Beiden wird eine Vielfalt an Raamestiggli und Musikeinlagen gezeigt. Damit hinter dem Vorhang alle Bühnenelemente reibungslos gewechselt werden können, bereichert die Pfeifergruppe «s Gääl vom Ai» den Saal mit einem musikalischen Vorgeschmack auf die Basler Fasnacht. «Während des Stücks sollen Geräusche im Hintergrund dabei helfen, besser in den Schauplatz eintauchen zu können», schreibt Regisseur und Schauspieler Renato Salvi im Programmheft. Erwartet wird ein bunter Mix aus pointierten Rahmenstücken, Gags, unerwarteten Ideen. «Das neunte Fasnachtskiechli soll überraschen.»

Verblüffende Einlage

Böse Seitenhiebe gibt es für die Basler Polizei, Politiker, Gastroszene. Die Bissigkeit, die das Duo schon immer auszeichnete, ergänzt es mittlerweile mit sanften, zum Nachdenken anregenden Tönen. «Dr Guy Morin isch immerhin dr Turbolade vo dr Stadt», sagt Almi in einem Gespräch mit Salvi. «Kein beschleunigt dr Untergang vo Basel so schnäll wie är.»

Überrascht wird das Publikum tatsächlich. «Almi hat bereits im Spätsommer mit dem Steppunterricht bei Angelo Borer begonnen», sagte Salvi nach der Premiere am Mittwochabend. Was bei seinem Auftritt deutlich zu sehen war. «Normalerweise braucht man für eine Nummer, wie er sie präsentiert, mindestens ein bis zwei Jahre Unterricht. Er hat es innert sechs Monaten geschafft.» Geprobt habe er mehrmals die Woche. Doch warum eine Steppeinlage am Fasnachtskiechli? «Die Idee dazu kam beim Brainstorming. Wir wollen ja immer Dinge zeigen, die das Publikum verblüffen.» Dass dieses Stück seinen Zweck erfüllt hat, bemerkte man an der Reaktion der Gäste.

Kompletter Bühnenumbau

«Die beiden Bühnenhelfer Jürg Schwald und Däni Roth kommen an ihre Grenzen», betonte Salvi weiter. Denn beide bauen vor Vorstellungsbeginn jeweils eine Stunde die Bühne um, damit der erste Programmteil reibungslos abläuft. «Viele Requisiten aus dem zweiten Teil sind im Untergeschoss des Scala zwischen gelagert, da es schlicht auf der Bühne keinen Platz hat.»

In der Pause wird die Bühne für den zweiten Teil umgebaut. Laut Salvi ist die Schlussszene die schwierigste. Gezeigt wird eine Alp mit Bänken und einer Berglandschaft im Hintergrund. «Das sind hohe und schwere Elemente, die zum Teil fast 50 Kilo wiegen. Das verlangt den beiden einiges ab.»

Die Themen der Rahmenstücke bewegen sich von der neu gestalteten Rheingasse über das White Dinner, dem Selbstmordversuch auf der Mittleren Brücke bis hin zu einem Seniorenausflug und dem zwölften Mann aus der Muttenzerkurve.

Der zweite Teil des Abends bietet mehr Lacher. Das Finale riss das Publikum nahezu vom Hocker. Das letzte Raamestiggli befasst sich mit den Touristen, die Basel besuchen. Salvi als Stadtführer, der den Touristen die Sehenswürdigkeiten von Basel erklärt. Das Lustige daran: Almi versucht, das Ganze auf rätoromanisch zu übersetzen.

«Der Abend soll eine Liebeserklärung an unsere Stadt und unsere Fasnacht sein», sagte Salvi, der dieses Jahr wieder Regie führte, nach der Vorstellung. «Es war mein persönlicher Wunsch.»

Bis zum 13. Februar Scala Basel, www.scalabasel.ch

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