Gegen tausend Interessierte besuchten das Gerichtsgebäude an der Bäumleingasse, nicht nur um die Räumlichkeiten zu besichtigen, sondern vor allem um den fiktiven, für das Publikum durchgeführten Prozessen zu folgen, heisst es in einer Medienmitteilung der Basler Gerichte.

In den insgesamt 12 Verhandlungen wurde ein breites Themenfeld behandelt vom Familienrecht und Arbeitsrecht über die strafrechtliche Behandlung von Gewalttaten bis hin zur Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Baum in Nachbars Garten gefällt werden kann oder muss.

Auch das heikle Problem der zwangsweisen Einweisung von psychisch kranken, sich selbst gefährdenden Personen wurde thematisiert. «So konnte das Publikum nachvollziehen, wie vielfältig die vor Gericht behandelten Fälle sind», schreiben die Verantwortlichen.

Auch sei erkennbar geworden, dass in vielen Prozessen ganz unterschiedliche Interessen der Beteiligten gegen einander abzuwägen seien und daher das Finden eines gerechten Urteil oft sehr schwierig sei.

Dies wurde auch den Besucherinnen und Besuchern klar, welche an dem vom Sozialversicherungsgericht angebotenen elektronisch interaktiven Spiel teilnahmen, bei welchem sie selbst eine angemessene Entscheidung zu treffen hatten. Nebst dem Besuch dieser Vorführungen konnten Gerichtspräsidenten bei ihrer Büroarbeit besucht und ihnen Fragen zu ihrer Arbeit oder zum Funktionieren der Justiz im allgemeinen gestellt werden.

Auf reges Interesse stiess auch die Podiumsdiskussion über das nicht immer ganz einfache Verhältnis zwischen der Justiz und den Medien, an welcher die beiden Gerichtspräsidenten Stephan Wullschleger und Marc Oser sowie die Redaktionsleiterin der juristischen Fachzeitschrift „plädoyer“und frühere Gerichtsberichterstatterin Brigitte Hürlimann und der Chefredaktor von OnlineReports Peter Knechtli teilnahmen. (mgt)