1. Bummelsonntag
«Fast nichts los» - mehr Spaziergänger als Fasnächtler

Tapfere «Schissdräggzyygli» bahnen sich am ersten Bummelsonntag bei Regen den Weg durch die Basler Innenstadt.

Silvana Schreier
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Wie auch immer die Clique heisst, «Die Verschiffte» würde auch hier ganz gut passen.

Wie auch immer die Clique heisst, «Die Verschiffte» würde auch hier ganz gut passen.

Martin Toengi

Wie die «drei scheenschte Dääg» am Montagnachmittag begonnen haben, so fangen auch die Bummelsonntage an. Und zwar mit viel Regen. Auf den ersten Blick könnte man fast meinen, die Läden hätten geöffnet. Trotz des nass-grauen Wetters schlendern etliche Basler durch die Freie Strasse. Vom ersten Bummelsonntag nach der Fasnacht wissen allerdings nur die wenigsten. Sie würden lediglich einen Sonntagsspaziergang machen. Und die, die es wissen, sind enttäuscht: «Wir sind extra in die Innenstadt gekommen wegen dem Bummelsonntag und jetzt ist hier nichts los», beschwert sich ein älteres Ehepaar.

Tatsächlich trifft man nur vereinzelt einige tapfere «Schissdräggzyygli» an, die sich den Weg durch die spazierenden Passanten bahnen. Ohne Larve und Kostüm versteht sich, aber immerhin mit Piccolo und Trommel. Einige haben sich, nach alter Väter Sitte in Schale geworfen und marschieren mit Hut, Hemd und Krawatte durch die Stadt. Andere gaben dem Regen nach und zogen dem Anzug die Regenjacke vor.

Regen vertreibt Fasnächtler

Warum so wenig Fasnächtler in Basel unterwegs sind, weiss Rafael von der jungen Garde Dupf-Club: «Die meisten Cliquen geben erst am zweiten Bummelsonntag richtig Gas.» Der erste sei meist gemütlicher. Raffael von den Aagfrässene gibt dem Wetter die Schuld: Einige seiner Cliquen-Kollegen kämen deswegen gar nicht oder erst später am Abend. Allgemein sind sie sich einig, dass der zweite und der dritte Bummelsonntag mehr Leute anlocken würden. Aktive Fasnächtler und Zuschauer seien dann ab zehn Uhr morgens unterwegs. Und am letzten Sonntag würden alle ein letztes Mal ihre Instrumente herausnehmen. Da spiele dann auch das Wetter keine Rolle mehr, wenn es darum geht, der Fasnacht endgültig «Adie» zu sagen.

Die Jungen halten die Stellung

Der Regen droht auch die anwesenden Bummler zu vertreiben: Drei junge Trommler, gleich wollten sie losmarschieren, lassen sich von der Nässe zurück in ihren Unterstand oben an der Freien Strasse treiben. Die «Mimeesli», die sie an den Trommeln befestigt haben, lassen schon entmutigt den Kopf hängen.

In einer Regenpause wagen es die drei jungen Fasnächtler dann doch: In der Mitte der verkehrsfreien Strasse treffen sie auf drei junge Mädchen, allesamt mit einem Piccolo ausgerüstet und in Freizeitkleidung. Kurze Begrüssung und schon marschieren sie als sechsköpfiges «Schissdräggzyygli» trommelnd und pfeifend die Einkaufsstrasse hinunter. Der Regen konnte der jungen Truppe also nichts anhaben. Und so kommen auch noch die paar Zuschauer auf ihre Kosten, die tapfer ausharrten, bis endlich noch einmal ein wenig Fasnachtswind die Freie Strasse hinabwehte. Alle anderen haben am 8. und am 15. März noch eine Chance.

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