«Befreyigsschlag» heisst die Broschüre, in der die Kurve auf acht Seiten ihre Geschichte und Absichten erklärt und Stellung nimmt zu den Vorfällen beim Salzburgspiel.

Sie stellt ihre Position gegenüber der Uefa klar und gibt zu, von den drohenden Konsequenzen in Form eines Geisterspiels gewusst zu haben. Die Kurve sei informiert worden, dass ein Spiel vor leeren Rängen drohe, sollte sich der Einsatz von Pyrotechnik und Wurfgegenständen wiederholen. Sie schreiben, ihr Handeln werde «von den Werten der Fanszene bestimmt und ist nicht identisch mit der Stadionordnung».

Und weiter: «Für diese Werte stehen wir ein – auch gegen Widerstände und notwendigerweise sogar gegen den Club.» Die bz hat zwei Politiker – namentlich Markus Lehmann und Joel Thüring – mit diversen Passagen aus dem Manifest konfrontiert. Mit unterschiedlichen Reaktionen.

«Ich Finde diese Auszüge haarsträubend», sagt Joel Thüring ganz klar. «Immerhin wird damit endlich bestätigt, dass der «Basler Weg» keinesfalls ein Erfolgsmodell ist. Der einzige Grund, weshalb hier in Basel so wenig passiert, ist eindeutig – das geben sie ja nun zu – der Tatsache geschuldet, dass es kaum andere Clubs in der Schweiz mit einer Fanszene gibt.» Tatsächlich schreibt die Kurve, dass die seltenen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans auf die fehlende Präsenz anderer Schweizer Fankurven zurückzuführen seien. «Das klingt zwar banal, ist jedoch um ein Vielfaches ehrlicher, als dafür den ‹Basler Weg› verantwortlich zu machen», so die Kurve. Bei internationalen Spielen komme es regelmässig zu kleineren oder grösseren Konfrontationen, man denke dabei nur an das Heimspiel gegen Schalke 04. Zeilen, die Thüring in seiner Meinung bestärken: «Der ‹Basler Weg› verkommt damit offiziell zur Farce. Diese Aussagen sind eine Bankrotterklärung.» Dass die FCB-Fans zugeben, von einem drohenden Geisterspiel gewusst zu haben, versetzt Thüring in Aufruhr: «Krass finde ich, dass offensichtlich bewusst ein Geisterspiel in Kauf genommen wurde. So zumindest muss man den Text interpretieren. Damit schaden diese ‹Fans› den richtigen FCB-Fans bewusst und sie sind offensichtlich auch nicht gewillt, sich zu ändern. Somit ist für mich klar, dass nun die FCB-Leitung in der Verantwortung steht. Sich hinter einer sogenannten Fankultur zu verstecken, kann nicht mehr der richtige Weg sein. FCB-Präsident Bernhard Heusler und sein Team müssen nun Farbe bekennen und sich öffentlich distanzieren. Richtigerweise müsste nun der Beitritt zum Hooligan-Konkordat erfolgen.» «Das Manifest trägt somit nicht wirklich zur Deeskalation bei. Es ist schade, dass einige wenige Chaoten anständige FCB-Besucher in der Muttenzerkurve und in den anderen Sektoren derart am Gängelband führen können.» Joel Thüring ist Mitglieder der SVP Basel-Stadt und Befürworter des Hooligan-Konkordats. Seit 2013 ist der 30-jährige Thüring Grossrat. Bereits 2005 bis 2006 war er Mitglied des Grossen Rats. Neben seinen politischen Tätigkeiten ist er Geschäftsführer eines KMU-Betriebs im Bereich Polit-Consulting, Treuhand und Rechtsberatung.

Joel Thüring: «Es trägt nicht zur Deeskalation bei»

«Ich Finde diese Auszüge haarsträubend», sagt Joel Thüring ganz klar. «Immerhin wird damit endlich bestätigt, dass der «Basler Weg» keinesfalls ein Erfolgsmodell ist. Der einzige Grund, weshalb hier in Basel so wenig passiert, ist eindeutig – das geben sie ja nun zu – der Tatsache geschuldet, dass es kaum andere Clubs in der Schweiz mit einer Fanszene gibt.» Tatsächlich schreibt die Kurve, dass die seltenen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans auf die fehlende Präsenz anderer Schweizer Fankurven zurückzuführen seien. «Das klingt zwar banal, ist jedoch um ein Vielfaches ehrlicher, als dafür den ‹Basler Weg› verantwortlich zu machen», so die Kurve. Bei internationalen Spielen komme es regelmässig zu kleineren oder grösseren Konfrontationen, man denke dabei nur an das Heimspiel gegen Schalke 04. Zeilen, die Thüring in seiner Meinung bestärken: «Der ‹Basler Weg› verkommt damit offiziell zur Farce. Diese Aussagen sind eine Bankrotterklärung.» Dass die FCB-Fans zugeben, von einem drohenden Geisterspiel gewusst zu haben, versetzt Thüring in Aufruhr: «Krass finde ich, dass offensichtlich bewusst ein Geisterspiel in Kauf genommen wurde. So zumindest muss man den Text interpretieren. Damit schaden diese ‹Fans› den richtigen FCB-Fans bewusst und sie sind offensichtlich auch nicht gewillt, sich zu ändern. Somit ist für mich klar, dass nun die FCB-Leitung in der Verantwortung steht. Sich hinter einer sogenannten Fankultur zu verstecken, kann nicht mehr der richtige Weg sein. FCB-Präsident Bernhard Heusler und sein Team müssen nun Farbe bekennen und sich öffentlich distanzieren. Richtigerweise müsste nun der Beitritt zum Hooligan-Konkordat erfolgen.» «Das Manifest trägt somit nicht wirklich zur Deeskalation bei. Es ist schade, dass einige wenige Chaoten anständige FCB-Besucher in der Muttenzerkurve und in den anderen Sektoren derart am Gängelband führen können.» Joel Thüring ist Mitglieder der SVP Basel-Stadt und Befürworter des Hooligan-Konkordats. Seit 2013 ist der 30-jährige Thüring Grossrat. Bereits 2005 bis 2006 war er Mitglied des Grossen Rats. Neben seinen politischen Tätigkeiten ist er Geschäftsführer eines KMU-Betriebs im Bereich Polit-Consulting, Treuhand und Rechtsberatung.  

Ich finde das Heft hervorragend geschrieben», so Markus Lehmann.Auf die Passage angesprochen, in der die Fans sagen, dass es kontraproduktiv wäre, der Kurve von aussen Werte aufzuzwingen, reagiert Lehmann mit derselben Meinung: «Alle fordern Repressionen gegen die Fans. Aber das wäre sinnlos, das würde nur das Gegenteil bewirken. Ohne die Muttenzerkurve wäre jedes Spiel des FCB ein Geisterspiel, einfach mit Zuschauern. Die Stimmung kommt einzig und allein aus der Kurve. Das ist eine Begeisterung, die ansteckt. Dass einige dabei überborden, wird man nie wegbekommen.» Damit spricht Lehmann den Autoren des Hefts aus der Seele. Auch sie schreiben, dass sie sich «nicht in Geiselhaft nehmen lassen und ihren Weg wie in dieser Broschüre ausgeführt weiter gehen - weder mit dem Kopf im Sand noch mit dem Kopf durch die Wand.» Für Lehmann ist der sogenannte «Basler Weg», auch wenn ihn die Kurve nicht nur lobt, richtig: «Der ‹Basler Weg› - der Dialog zwischen Szene, Behörden und Klub – ist der einzig richtige Weg. Den «Aufruhr», den viele Leute wegen des Abfackelns von Pyros veranstalten, kann Lehmann ebenso wenig wie die Kurve verstehen: «Die ganze Sicht auf die pyrotechnischen Aktionen ist biireweiches Theater, das völlig überzeichnet ist. In der Kurve und auf dem Barfi wird überlegt gezündet und damit umgegangen, darum ist noch nie etwas passiert und darum wird es auch toleriert, obwohl ein Verbot besteht. Das Werfen von Pyros muss allerdings härtest bestraft werden», so Lehmann. Auch was die Meinung über die Uefa angeht, schliesst sich Lehmann den Fans an: «Wären Netze vorhanden gewesen, wäre das alles nicht passiert und es hätte nie ein Geisterspiel gegeben. Salzburg hätte auch eine Busse bekommen müssen. Und warum nimmt die Uefa ein Stadion ab ohne Fangnetze im Gästesektor? Die Uefa macht, was sie will. Die Kausalhaftung ist absurd und billiger Populismus gegen die schönste Nebensache der Welt.» Markus Lehmann ist Präsident der CVP Basel-Stadt und Vorstandsmitglied der Genossenschaft «Stadion St. Jakob-Park». Von 2003 bis 2009 präsidierte er das «Fanprojekt Basel», das heute «Fanarbeit Basel» heisst.

Markus Lehmann: «Finde es hervorragend geschrieben»

Ich finde das Heft hervorragend geschrieben», so Markus Lehmann.Auf die Passage angesprochen, in der die Fans sagen, dass es kontraproduktiv wäre, der Kurve von aussen Werte aufzuzwingen, reagiert Lehmann mit derselben Meinung: «Alle fordern Repressionen gegen die Fans. Aber das wäre sinnlos, das würde nur das Gegenteil bewirken. Ohne die Muttenzerkurve wäre jedes Spiel des FCB ein Geisterspiel, einfach mit Zuschauern. Die Stimmung kommt einzig und allein aus der Kurve. Das ist eine Begeisterung, die ansteckt. Dass einige dabei überborden, wird man nie wegbekommen.» Damit spricht Lehmann den Autoren des Hefts aus der Seele. Auch sie schreiben, dass sie sich «nicht in Geiselhaft nehmen lassen und ihren Weg wie in dieser Broschüre ausgeführt weiter gehen - weder mit dem Kopf im Sand noch mit dem Kopf durch die Wand.» Für Lehmann ist der sogenannte «Basler Weg», auch wenn ihn die Kurve nicht nur lobt, richtig: «Der ‹Basler Weg› - der Dialog zwischen Szene, Behörden und Klub – ist der einzig richtige Weg. Den «Aufruhr», den viele Leute wegen des Abfackelns von Pyros veranstalten, kann Lehmann ebenso wenig wie die Kurve verstehen: «Die ganze Sicht auf die pyrotechnischen Aktionen ist biireweiches Theater, das völlig überzeichnet ist. In der Kurve und auf dem Barfi wird überlegt gezündet und damit umgegangen, darum ist noch nie etwas passiert und darum wird es auch toleriert, obwohl ein Verbot besteht. Das Werfen von Pyros muss allerdings härtest bestraft werden», so Lehmann. Auch was die Meinung über die Uefa angeht, schliesst sich Lehmann den Fans an: «Wären Netze vorhanden gewesen, wäre das alles nicht passiert und es hätte nie ein Geisterspiel gegeben. Salzburg hätte auch eine Busse bekommen müssen. Und warum nimmt die Uefa ein Stadion ab ohne Fangnetze im Gästesektor? Die Uefa macht, was sie will. Die Kausalhaftung ist absurd und billiger Populismus gegen die schönste Nebensache der Welt.» Markus Lehmann ist Präsident der CVP Basel-Stadt und Vorstandsmitglied der Genossenschaft «Stadion St. Jakob-Park». Von 2003 bis 2009 präsidierte er das «Fanprojekt Basel», das heute «Fanarbeit Basel» heisst.