Europa-League
FC Basel fordert im «Wettbewerb der Verlierer» Spartak Moskau heraus

Mit einem Zu-null-Sieg will der FC Basel heute Abend (21.05 Uhr) im St.-Jakob-Park gegen Spartak Moskau eine gute Basis für das Rückspiel legen. Der russische Gegner im «Wettbewerb der Verlierer» ist für die Basler attraktiv und doch machbar.

Georges Küng
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Granit Xhaka soll gegen Spartak Moskau so solid spielen wie gegen Debrecen.

Granit Xhaka soll gegen Spartak Moskau so solid spielen wie gegen Debrecen.

Keystone

Beim FCB ersetzt Granit Xhaka den verletzten Benjamin Huggel, beim Gast fehlt das brasilianische Trio Ari, Ibson und Welliton.

Auch wenn die Lichtgestalt des Weltfussballes namens Franz Beckenbauer einst den Uefa-Pokal als «Wettbewerb der Verlierer» bezeichnet hatte, so genügt ein Blick auf die 32 Vertreter, um festzustellen, dass sich der FC Basel (und die Young Boys) in einem erlauchten Kreis von Vereinen befinden, die insgesamt 15 europäische Titel gewonnen haben - darunter mit Benfica Lissabon, FC Liverpool, FC Porto und dem PSV Eindhoven Meistercup- respektive Champions-League-Sieger.

«Wenige Fans» beim Spiel

Bis gestern waren 10 500 Eintritte verkauft; diese Zahl lässt auf eine Kulisse von rund 14 000 Zuschauern schliessen. Die Frage eines russischen Journalisten, ob es an der fehlenden Attraktivität von Spartak liege, dass «nur so wenige Fans kommen», entkräftete Thorsten Fink. «Der Gegner hat nicht nur einen renommierten Namen und ist spielstark, er spielt auch attraktiv und generell agieren russische Teams sehr diszipliniert. Zudem holte Spartak in seiner Champions-League-Gruppe neun Punkte. Man möge dies bitte berücksichtigen», so der Deutsche.

Der FCB hat bereits zwei Vergleiche mit Spartak Moskau auf europäischer Ebene ausgetragen - und sowohl 1970 im Meistercup (2:1 zuHause, 2:3 auswärts) wie in der legendären Champions-League-Kampagne 2002/03 (je 2:0) blieb Rot-Blau siegreich. «Es könnte ein Vorteil für uns sein, dass Moskau gegen uns das erste Pflichtspiel seit Ende November 2010 austrägt. Aber ich denke, dass sich die beiden Teams auf Augenhöhe begegnen werden», meinte Fink.

Drei Monate ohne Ernstkampf

Auch Spartak-Trainer Valeri Karpin, mit illustrer Spieler-Vergangenheit in Spanien (Celta Vigo, CF Valencia) monierte, dass «es kein Vorteil ist, wenn wir seit fast drei Monaten keinen Ernstkampf bestritten haben. Zudem fehlen mir Leistungsträger, im Offensivbereich. Das macht die Aufgabe noch schwerer, als sie sonst schon wäre», so «Der Zar», wie Karpin als Aktiver genannt wurde.

Für den nicht spielberechtigten Aleksandar Dragovic wird Genséric Kusunga in der Innenverteidigung spielen, den am Knie lädierten Huggel wird Granit Xhaka ersetzen. Soviel verriet Fink schon im Voraus. «Die ersten beiden Meisterschaftspartien haben gezeigt, dass wir bereit sind. Auch für höhere Aufgaben.» Um dann im kleineren Kreis abzuschwächen, dass «wir die Europa League kaum gewinnen werden». Und verweist auf Topmannschaften, zu denen er auch Spartak Moskau zählt.