Sicherheit
FC Basel ist empört über Befürworter des Hooligan-Konkordats

Das Basler Modell sei eine «Fata Morgana», eine Respektlosigkeit, findet der FC Basel. Für die Verantwortlichen des Fussballclubs ist nicht sicher, ob das geforderte Hooligan-Konkordat überhaupt zur Sicherheit im Stadion beitragen könne.

Moritz Kaufmann
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«Diese pauschale Verunglimpfung zeugt von einer Geisteshaltung, bei der es offenbar nicht um die Sache geht, sondern um populistische Stimmungsmache», schreibt FC Basel-Mediensprecherin Andrea Roth auf Anfrage der bz. (Archiv)

«Diese pauschale Verunglimpfung zeugt von einer Geisteshaltung, bei der es offenbar nicht um die Sache geht, sondern um populistische Stimmungsmache», schreibt FC Basel-Mediensprecherin Andrea Roth auf Anfrage der bz. (Archiv)

Keystone

Die Unterschriftensammlung läuft erst einen Tag, doch schon gehen die Wogen hoch. Mit der «Hooligan-Stopp-Initiative» wollen Mitte-Rechts-Politiker das verschärfte Hooligan-Konkordat in Basel-Stadt und Baselland per Volksabstimmung einführen. Der Grund: Das viel gepriesene «Basler Modell» zur Vermeidung von Fangewalt genüge nicht. Es sei eine «Fata Morgana», schreiben die Initianten in ihren Medienunterlagen.

Das bringt den grössten Fussballverein der Schweiz auf die Palme. «Diese pauschale Verunglimpfung zeugt von einer Geisteshaltung, bei der es offenbar nicht um die Sache geht, sondern um populistische Stimmungsmache», schreibt FC Basel-Mediensprecherin Andrea Roth auf Anfrage der bz.

Solche Aussagen seien eine «Respektlosigkeit gegenüber allen, die sich seit Jahren mit viel Engagement für die Sicherheit im Stadion einsetzen». Es sei «politisch legitim, mit polemischen Aussagen Wählerstimmen zu sammeln», doch dies sei der Sache nicht dienlich, meint Roth.

Nicht überraschend gehen die Wahrnehmungen des FC Basel und des Vereins «Hooligan-Stopp beider Basel» weit auseinander. Letzterer macht geltend, Familien fühlten sich im St. Jakob-Park nicht mehr sicher. «Jedes Heimspiel mit meist ausverkauftem Family-Corner beweist das Gegenteil», erwidert Roth.

Auch der Forderung, der FCB solle mehr für die Sicherheit bezahlen, erteilt sie eine Absage. Der FCB stellt grundsätzlich infrage, ob das verschärfte Konkordat überhaupt etwas zur Sicherheit beitragen könne: «Es ist nicht ersichtlich, wie mit dem Konkordat die Sicherheitssituation an Fussballspielen in Basel verbessert werden soll.»