Auf eine ungewöhnliche Weise distanziert sich der FC Basel heute «ohne Wenn und Aber» von den Chaoten: In einer ganzseitigen Zeitungsanzeige in der „Schweiz am Sonntag" schreibt der Klub, er wolle «mit diesen Matchbesuchern nichts zu tun haben».

FCB-Inserat in der «Schweiz am Sonntag» gegen FCB-Chaoten.

FCB-Inserat in der «Schweiz am Sonntag» gegen FCB-Chaoten.

Gigi Oeri, Präsidentin des FC Basel von 2006 bis 2011, äussert sich in einem Interview mit der Zeitung „Schweiz am Sonntag" zu den schweren Krawallen von Aarau. „Das beschäftigt mich sehr", sagt sie. Und erhebt Vorwürfe gegen den FC Aarau: „In unserer Gesellschaft hat die Gewaltbereitschaft leider generell zugenommen. Darunter leidet der Fussball mit seinen Emotionen ganz besonders. Und das fordert alle Beteiligten, auch die Veranstalter: In Aarau konnte man die Gegenstände offenbar sehr leicht ins Stadion reinnehmen. Man hätte die Matchbesucher besser kontrollieren müssen."

Gigi Oeri: Spieler müssen Botschafter sein

Oeri engagiert sich beim FCB-Nachwuchs-Campus, und da will sie Prävention gegen Gewalt machen: „Das ist ein wichtiger Teil der Ausbildung: Dass zumindest die Spieler sich klar werden darüber, was für schlimme Folgen für den Sport und für den Klub diese Randale haben. Die Spieler können diese Botschaft den Fans viel glaubwürdiger vermitteln als der Vorstand, der Präsident, die Politiker oder die Polizei. Eigentlich können nur sie es wirklich", sagt Oeri in der „Schweiz am Sonntag". „Die Aufklärungsarbeit, die Prävention muss schon in jungen Jahren anfangen. Jeder Spieler hat Kollegen, diese haben wieder Kollegen und so weiter. Auf diese Art lässt sich nach und nach ein Bewusstsein schaffen. Das ist langfristig eine grosse Chance, das Gewaltproblem anzugehen - wahrscheinlich sogar die einzige Chance. Aufklärung und massive Kontrollen: Nur so kriegen wir das Ganze langfristig in den Griff."