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FCB: Heftiger Konkurrenzkampf um die Stammplätze

Der FC Basel ist optimal in die Rückrunde gestartet. Trainer Yakin steht vor einem Luxusproblem: Sowohl die Stamm- wie auch die Ersatzspieler sind in Topform – und brennen alle auf einen Einsatz in der Europa-League.

Sebastian Wendel
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Pech für David Degen.

Pech für David Degen.

KEYSTONE

Nicht zu beneiden. Das waren die Ersatzgoalies des FC Basel am Tag nach dem souveränen 3:0 gegen den FC Sion. Germano Vailati und Mirko Salvi bekamen den Ehrgeiz, vielleicht auch die Wut, jener Spieler, die am Sonntag gar nicht oder nur zu einem Teileinsatz gekommen waren, zu spüren. Beim Schusstraining zeigten sich Jacques Zoua, Mohamed Salah und Co. derart treffsicher, als wollten sie ihrem Trainer damit sagen: «Schau mal, auch wir sind gut genug für die Startelf.» Nach einer Viertelstunde hatte Murat Yakin genug gesehen und begab sich zufrieden zurück in die warme Kabine.

Auf dem Weg dahin wählt Yakin immer wieder das Wort «lanciert». Lanciert sei nach dem klaren Erfolg gegen die Walliser das Meisterrennen. «Es war wichtig, unseren Ansprüchen entsprechend direkt eine Marke zu setzen. Man hat gesehen, dass wir zu hundert Prozent bereit sind.» Yakins Spieler schickten am Sonntag nach dem Schlusspfiff eine Kampfansage an die Konkurrenz, vornehmlich an die aus Zürich. «Wenn wir so weitermachen, werden wir erfolgreich sein», sagte etwa Valentin Stocker. «Wir waren sehr effizient. So, wie man das sein muss, wenn man oben stehen will», sagte Captain Marco Streller mit Blick auf die wenigen Torchancen, die der FCB gegen Sion hatte.

Degen erhält noch eine Chance

Murat Yakin richtet den Blick auch auf die eigenen Reihen. Lanciert ist demnach auch der Konkurrenzkampf. «Die Leistung war gut. Aber keiner darf sich ausruhen», sagt er. 26 Spieler zählt das Kader, jeder hat den Anspruch auf Einsätze.

«Die Jungs ziehen voll mit, das gefällt mir.» Auch Yakin weiss, dass positive Resultate helfen, die gute Stimmung im Team zu wahren. Bleiben diese aus, könnte schnell Unruhe aufkommen. «Es geht nur um den Erfolg des FC Basel. Einzelschicksale oder Meriten aus der Vergangenheit zählen nicht.»

Noch hat Yakin keinen Grund, etwas zu ändern. In der Viererabwehr dürfte Joo-Ho Park vorerst gesetzt sein. Ihm wie auch Mittelfeldabräumer Cabral windet der Trainer ein Kränzchen. «Sie haben das gemacht, was ich von ihnen verlange.»

Am Donnerstag, wenn im St. Jakobpark das Hinspiel im Europa-League-Achtelfinal gegen Dnjepropetrowsk steigt, wird sich auch die Offensive gar nicht oder nur marginal von jener gegen Sion unterscheiden. David Degen erhält trotz schwachem Auftritt nochmals eine Chance.

Doch noch eine ungenügende Leistung, und Degen könnte das erste Opfer des Konkurrenzkampfes sein. Mohamed Salah lieferte nach seiner Einwechslung ein starkes Bewerbungsschreiben für einen Einsatz von Beginn ab. Yakin: «Bei einem so breiten Kader wie unserem wird es immer wieder Härtefälle und Enttäuschungen geben. Diejenigen, die nicht gespielt haben, brennen auf einen Einsatz.» Das hat das gestrige Training der Ersatzspieler deutlich gezeigt.