Sie sind 16 oder 17 Jahre alt und alle fünf stammen aus dem Elsass. Seitdem die Schule in Frankreich am 10. September wieder begonnen hat, gehen die Nachwuchsspieler des FCB neben dem täglichen Training auf dem Campus für mindestens einen Kurs pro Tag auf das Lycée Mermoz in Saint-Louis zur Schule.

Das Lycée ist das grösste Gymnasium im Elsass und liegt an der 3er-Tramverlängerung, eine Haltestelle nach der Burgfelder Grenze. Pascal Naef, Delegierter des Stiftungsrats bei der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel, erklärt: «Unser Hauptziel ist, dass die Spieler in ihrem Umfeld weiter zur Schule gehen können.» Sollte es bei der Verwirklichung des Traums, Profi-Fussballer zu werden, nicht klappen, haben sie zumindest einen Schulabschluss. Dieser gleicht einer Matura und ermöglicht ihnen weitere Ausbildungen im französischen Bildungssystem.

Anderes Bildungssystem

Die Zusammenarbeit mit dem Lycée, die in einer Vereinbarung definiert wurde, ist neu für den FCB. Naef sagt: «Der Grund ist, dass der französische Bildungsweg vollkommen anders als in der Schweiz ist.» Die jungen Fussballer wohnen in Saint-Louis, Mulhouse oder in elsässischen Dörfern, die weiter entfernt von Basel liegen. Sie zu treffen war nicht möglich, weil der FCB seine Nachwuchsspieler traditionell vor der Öffentlichkeit schützt.

Auf das Jahr verteilt besteht der Unterricht im Lycée Mermoz aus 360 Stunden. Die Mehrkosten, die dem Gymnasium dadurch entstehen, übernimmt der Campus. Die bisherigen Erfahrungen seit dem 10. September sind positiv. Naef berichtet: «Alle Parteien sind zufrieden. Wir planen, das die nächsten Jahre weiter zu machen.»

Der FCB werde durch das Angebot für Nachwuchsspieler attraktiver. Dabei ist es nicht neu, dass der Club auch im nahen Elsass nach talentierten jungen Fussballern sucht.
Die Stiftung, die Trägerin des Campus ist, wurde 2010 von der langjährigen FCB-Präsidentin und Mäzenin Gigi Oeri gegründet. Sie übernahm auch einen Grossteil der Baukosten von 20 Millionen Franken für den Campus, der 2013 eingeweiht wurde. Dazu gehören fünf Spielfelder, auf denen regelmässig 195 Nachwuchsspieler trainieren. 21 wohnen in den zum Campus gehörenden beiden Wohnhäusern.

Deutschkurse in der Schweiz

Die fünf jungen Elsässer, die jetzt das Lycée Mermoz besuchen, müssen selbstredend auch Deutsch lernen. Die Kurse dafür finden allerdings in der Schweiz statt.