Der FC Basel hat es in der Hand, zu einem guten Gesamteindruck beizutragen, wenn er am 13. Februar im Champions-League-Heimspiel gegen Manchester City antritt. Eigens für dieses sportliche Highlight hat die Regierung sämtliche Mitglieder der Verkehrskommissionen aus National- und Ständerat nach Basel eingeladen. Das ist kein Zufall, wie Regierungssprecher Marco Greiner bestätigt: «Die Region hat derzeit in Bern einige wichtige Verkehrsprojekte hängig.» Allen voran das Herzstück.

Schon seit Monaten weibelt die Region in Bern für die milliardenteure Durchmesserlinie, die dereinst den Bahnhof SBB unterirdisch mit dem Badischen Bahnhof verbinden soll. Bei der Einladung an das FCB-Spiel gehe es in erster Linie um Beziehungspflege, sagt Greiner. «Um den Parlamentariern die Bedeutung des Herzstücks aufzuzeigen, reicht es nicht, einfach einen Brief zu schreiben.» Sie sollen die Situation direkt vor Ort erleben, um sich selber ein Bild machen zu können. Viele schätzten das sehr. Greiner: «Der Gesamteindruck hängt aber natürlich auch vom Spielresultat ab.»

225 Franken pro Person

Das Lobbying lässt sich Basel-Stadt einiges kosten. Rund 10 000 Franken investiert Basel-Stadt in solche Anlässe rund um FCB-Heimspiele in der Champions League. Bei jeweils etwa 45 geladenen Gästen macht dies rund 225 Franken pro Person aus. Enthalten sind darin ein Essen im Rathaus, der Transfer ins Stadion sowie Plätze im Stadion. «Wir haben uns für eher günstige Plätze auf der Gegentribüne entschieden», sagt Greiner. Viele Gäste bewegten sich gerne mitten unter den Fans. Das gehöre zu einem solchen Fussballerlebnis.

Regierungssprecher Greiner ist überzeugt: Das Geld ist gut investiert. Das findet auch Claude Janiak, der derzeit die ständerätliche Verkehrskommission präsidiert. «Es geht darum, Politikern aus anderen Landesteilen die Region generell näher zu bringen und sie für spezifische Themen zu sensibilisieren», sagt der Baselbieter SP-Ständerat. Erfolg gezeigt habe das etwa bei den Rheinhäfen. Erst nach einem Besuch in Basel seien sich viele Parlamentarier der Bedeutung der Rheinschifffahrt für die ganze Schweiz wirklich bewusst geworden. Resultat: Das Bundesparlament hat die Subventionierung des Ausbauprojekts Basel Nord abgesegnet.

Andere Regionen würden solche Gelegenheiten ebenfalls regelmässig nutzen. So lade etwa Zürich jeweils ans Leichtathletik-Meeting ein. «Wichtig wird einfach sein, wie Basel auftritt und sich zu verkaufen versucht», betont Janiak. Gerne werde er dazu noch ein paar Tipps geben. Und: «Ich hoffe, dass die Parlamentarierkollegen alle mit dem Zug nach Basel reisen. Dann ärgern sie sich spätestens am Bahnhof SBB ein erstes Mal über die derzeit unbefriedigende Situation am Bahnknoten.»